Montag, 25. September 2017

REISNUDELN MIT MANGO, ERDNÜSSEN & KORIANDER

Langsam wird es Herbst, also Zeit meine Chilis zu ernten, bevor der erste Frost die Pflanzen kaputt macht. Zu asiatischen Reisnudeln passen die scharfen Chilis hervorragend, vor allem wenn man sie auch noch mit süßer Mango und knackigen Erdnüssen kombiniert. Das ist ein Gericht aus der Kategorie schnelle Küche, denn das Essen ist in zehn Minuten auf dem Tisch. Perfekt, wenn man nach einem langen Tag hungrig nach Hause kommt und keine Lust mehr hat, aufwendig zu kochen. 

Jetzt beginnt auch wieder die Zeit, in der ich nach der Arbeit kein gutes Licht mehr für Fotos habe - also koche ich am Wochenende fleissig Gerichte nach, die ich unter der Woche wegen fehlendem Licht nicht fotografieren konnte. Aber die Reisnudeln mit Mango und Erdnüssen kann man auch gut zweimal in einer Woche essen ;)

 
Reisnudeln mit Mango, Erdnüssen & Koriander

Reisnudeln mit Mango, Erdnüssen & Koriander


Zutaten für 2 Personen:
200 g Reis-Bandnudeln
1 Zehe Knoblauch
1/2 Mango
1 - 2 Chilis
frischer Koriander
1 Handvoll Erdnüsse
Salz

Die Reisbandnudeln nach Packungsanweisung garen. In der Zwischenzeit Mango würfeln, Knoblauch schälen und fein hacken und die Chili entkernen und in Ringe schneiden. Koriander waschen und von den Stielen zupfen, dann grob hacken. Erdnüsse in einer Pfanne anrösten und im Mörser zerstoßen. Die Nudeln mit Salz würzen, Mango, Chiliringe, Koriander und Erdnüsse hinzugeben. Sofort servieren.


Reisnudeln mit Mango, Erdnüssen & Koriander

Freitag, 22. September 2017

VEGANES SCHOKOLADEN-SOUFFLE

WERBUNG


Kennt ihr Auqafaba? So nennt man das Kichererbsen-Wasser, aus dem man veganen "Eischnee" herstellen kann. Total verrückt! Wenn man das Abtropfwasser von Kichererbsen aus dem Glas oder der Dose mit dem Mixer aufschlägt, erhält man reinweißen fluffigen Schnee, genau wie aus Eiweiß. Damit kann man Macarons, Baiser, Souffles oder luftige Mousse zaubern. Das musste ich natürlich unbedingt ausprobieren. Denn das waren bisher für mich Gründe, aus denen ich dann doch immer Eier gekauft habe. Vegan backen ist überhaupt kein Problem, aber für manche Dinge gab es bisher keinen Ersatz. Nun habe ich ein luftiges veganes Schokoladen-Souffle für euch!


Veganes Schokoladen-Souffle
Veganes Schokoladen-Souffle


Das Souffle habe ich im Plus Steam Ofen* zubereitet, denn so wird es noch saftiger. Ich hatte euch ja schon mal von meinem AEG-Herd berichtet und die Steam-Funktion erklärt. Damit kann man tolle Dinge zaubern, wie zum Beispiel knuspriges Brot oder zum Beispiel Souffle. Die Funktion ist echt super und wird nun häufig beim Baguette backen eingesetzt. Mit dem Ofen und der Induktionsplatte bin ich nach wie vor total zufrieden und bereue es keine Sekunde, meinen alten Herd vor die Tür gesetzt zu haben ;)


Zutaten für 5 Stück:
50 g Alsan (vegane Butter)
100 g Zartbitter-Kuvertüre
120 g Mehl
100 ml Aquafaba (Kichererbsen-Wasser)
3 EL Puderzucker 
3 EL Kakaopulver
1 TL Backpulver
1 Prise Salz

Alsan und Zartbitter-Kuvertüre bei niedriger Temperatur schmelzen. In der Zwischenzeit Aquafaba mit einem Handrührgerät ca. drei Minuten lang steif schlagen. Dann Puderzucker untersieben und nochmal etwa eine Minute steif schlagen.

Ofen auf 200° C vorheizen und 50 ml Wasser in die Steam-Mulde des Ofens geben (alternativ ein Schälchen mit Wasser in den Ofen stellen). Aquafaba-Masse unter die leicht abgekühlte Schokoladenmischung heben. Mehl, Kakaopulver, Backpulver und Salz hinzusieben und unterheben. In fünf Förmchen füllen und im vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen. Vor dem Servieren kurz auf einem Gitterrost abkühlen lassen.


Veganes Schokoladen-Souffle


*Kooperation mit AEG

Dienstag, 19. September 2017

HOCHSENSIBEL AUF REISEN

Das ist einer der wenigen sehr persönlichen Beiträge auf meinem Blog, bei dem ich wochenlang überlegt habe, ob ich ihn überhaupt veröffentlichen soll. Aber dann dachte ich mir, in den letzten Jahren habe ich so viel gelernt - wieso nicht diese Erfahrungen mit euch teilen? In der Hoffnung, dass es vielleicht anderen Menschen hilft, sei es nun beim Erkennen und Akzeptieren der eigenen Bedürfnisse oder um einfach mal zu lachen und zu denken „so ging es mir auch schon!“. 

Ich weiss seit einigen Jahren, dass ich hochsensibel bin und diese Erkenntnis war für mich eine der wichtigsten in meinem Leben, denn sie war ein großer Schritt zur Selbstakzeptanz aber auch zur Selbstreflexion. Nur wenn man merkt, dass man bestimmte Dinge anders wahrnimmt, kann man sich darauf einstellen und anderen erklären, wie man tickt. Ich bin in meinem Leben schon so oft überrascht gewesen, wie anders meine Familie oder Freund*Innen die Welt wahrnehmen. So auch beim Thema Reisen, das ja hier auf dem Blog eine wichtige Rolle spielt. Heute dreht sich deshalb alles um das Thema Hochsensibilität und Reisen!


Hochsensibel auf Reisen - allein am Strand
Hochsensibel auf Reisen heißt auch: Ruhe genießen, allein sein.



Was ist Hochsensibilität?


Ich kann an dieser Stelle nicht erklären, was Hochsensibilität ist. Das würde zu einem eigenen Beitrag führen – es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungen, jede HSP (Highly Sensitive Person) hat so ihre Eigenarten. Grundsätzlich kann man sagen, dass Hochsensible stärker auf ihre Umwelt reagieren als andere Menschen, unsere Warhnehmung ist intensiver und auch die Auseinandersetzung mit dem, was auf uns einwirkt (ein Blick auf Wikipedia hilft, um eine Vorstellung davon zu bekommen). 

Allerdings reagieren manche Hochsensible besonders stark auf andere Menschen, andere auf Lärm oder Licht, da gibt es große Unterschiede. Wer sich für das Thema interessiert, findet auf Zartbesaitet ausführliche Infos und einen Online-Test der eine erste Einschätzung gibt, ob man selbst eventuell auch hochsensibel sein könnte. Wer sich tiefer mit Hochsensibilität auseinander setzen will: es gibt zahlreiche Bücher, Blogs, Selbsthilfegruppen und Facebook-Gruppen. Zum Thema Hochsensibilität und Reisen empfehle ich euch außerdem die Beiträge von Sinne & Reisen sowie Feinfühlen

Warum ist reisen stressig für HSP?


Als hochsensible Person nimmt man wie gesagt mehr Details wahr als andere Menschen und erlebt diese oft auch intensiver. Das kann Lärm sein oder Emotionen von Mitreisenden, visuelle Eindrücke oder der Stress auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein (die für HSPs viel zu unberechenbar sind, denn viele von uns planen gern ihre Reisen von vorn bis hinten durch). All diese Details sind anstrengend, wenn sie in hohem Ausmaß in einer ungewohnten Umgebung auf eine hochsensible Person einwirken. Um euch mal einige Beispiele von meinen Reisen zu nennen…


Bahnhof in Kandy, Sri Lanka



Eine Zugfahrt innerhalb Deutschlands mit Hund und Gepäck für zehn Tage steht bevor. Schon drei Tage vorher kann ich nachts kaum mehr einschlafen weil ich überlege, was ich noch alles erledigen muss. Ich hoffe, dass die Bahn es diesmal gnädig mit mir meint und ich keinen Zugausfall, Klimaanlage auf Vollgas bei 12 Grad Außentemperatur oder würstchenfutternde Mitreisende ertragen muss. Hier spielt für mich als HSP intensive Wärme/Kälte eine Rolle und der Geruch - als Vegetarierin sowieso schon ziemlich übel, wenn direkt neben mir jemand eine Salamipizza oder Würstchen isst, als HSP nochmals schlimmer weil mir der Geruch so intensiv auffällt. Ich checke am Tag der Abfahrt mindestens 29 Mal die Website der Bahn, lerne auswendig auf welchem Gleis ich abfahre/ankomme und wie viel Zeit ich zum Umsteigen habe und überprüfe immer wieder mein Gepäck (Stichwort Kontrollfreak).

Im Zug  machen mich Reisegruppen, Junggesell*Innenabschiede und Dauer-Handytelefonierer*Innen fertig, denn als HSP kann ich mich nicht auf mein Buch konzentrieren wenn jemand neben mir ständig redet. "Abschalten" oder lange Zeit auf eine bestimmte Sache konzentrieren obwohl um einen herum Trubel ist, ist für viele HSP nicht so einfach. Musik hören über Stunden hinweg ist für mich persönlich auch keine Option, weil mich das emotional sehr anstrengt. 

Wenn ich endlich am Ziel ankomme liegen meine Nerven blank, doch statt in einen erholsamen Schlaf zu fallen rotieren in meinem Kopf die Gedanken - ich gehe schwierige Situationen im Kopf nochmal durch. Ist mir der Frankfurter Banker beleidigt, weil ich ihn gebeten habe, seine Stinkesocken nicht über den Sitz direkt vor mein Gesicht zu hängen? Hätte ich die Würstchenfrau fragen sollen, ob sie eventuell nicht direkt neben meinem Hund essen kann?  Mein Kopf gibt keine Ruhe und so bedeutet für mich manchmal eine einfache Bahnreise tagelange Unruhe im Vorfeld, Stress während der Fahrt und ewiges Gegrübel wenn ich schon angekommen bin.


Kathmandu, Nepal
Kathmandu, Nepal


Kathmandu. Nach einem Tag Anreise mit allen erdenklichen stressigen Verkehrsmitteln bin ich endlich in Nepals Hauptstadt angelangt. Die Taxifahrt ins Zentrum habe ich komatös ertragen, zu diesem Zeitpunkt bin ich nur noch erschöpft wegen der vielen Eindrücke. Ich staune über den chaotischen Verkehr und den lebensmüden Fahrer. Doch leider kann er mich nicht am Hostel absetzen, in die engen Gassen des Tempelbezirks dürfen keine Autos. Also steige ich an der Hauptstraße aus, laut Karte trennen mich maximal 500 Meter von meiner Unterkunft. Doch dazwischen liegt eine mehrspurige Straße, ohne Ampeln, Gehweg oder Zebrastreifen, deren Überquerung mir absolut unmöglich erscheint. Lautes Geschrei, Hupen von allen Seiten, kreuz und quer rasen Autos, Motorräder, Rikschas und Menschen über die Straße. 

Ich kann sie nicht überqueren, der Lärm und die Hektik um mich herum lähmen und überfordern mich. Ich hebe einen Fuß nach vorn und werde angehupt, ich ziehe mich zurück und bin kurz vor der totalen Erschöpfung. Schließlich hefte ich mich zitternd an eine alte Frau, die seelenruhig die Straße überquert. Geschafft! Endlich im Hotel angekommen, verlasse ich meine Straße die nächsten zwei Tage nicht mehr, bis ich eine junge Frau in meinem Alter kennenlerne, der ich mich anschließe und mit der ich gemeinsam die Stadt erkunde. Alleine hätte ich wohl die nächsten drei Wochen in der Freak Street verbracht um Lärm und Hektik zu meiden. Letztendlich bin ich aus Kathmandu in ruhigere Gegenden Nepals gereist, was eine gute Entscheidung war!


Plaza de Espana, Sevilla
Plaza de Espana, Sevilla


Sevilla, Plaza de Espana. Ich bin allein in der Stadt und schaue mir die verschiedenen Sehenswürdigkeiten an, die mich allesamt in eine taumelige Hochstimmung versetzen. Die Stadt ist einfach wunderbar, das Essen grandios und meine Unterkunft ein Traum – ruhig und voller besonderer Details. Doch der Platz, der nun vor mir liegt, verschlägt mir den Atem. Riesengroß, voller bunter Kacheln, kleiner Kanäle, Brücken und Türmchen, dahinter ein halbmondförmiges Gebäude. Ich bin fassungslos über dieses Wunderwerk, das mein Herz aufgehen lässt und mir die Tränen in die Augen treibt. Jede einzelne bemalte Fliese, jedes Wappen und jede Säule nehme ich intensiv war im strahlenden Sonnenschein.

Doch es ist niemand da, mit dem ich diese Gefühle teilen könnte. Ich bin eine soziale und kommunikative Person, so sehr mich andere Menschen auch manchmal ärgern – es gibt doch einige Leute, an denen mir viel liegt und mit so jemand würde ich Augenblicke wie diesen unglaublich gern teilen. In solchen Momenten hilft mir eine andere Person, die mich erdet und auffängt. Starke Emotionen können eine HSP - auch wenn sie positiv sind – sehr überfordern und kräftezehrend sein. 


Meine Bedürfnisse als HSP auf Reisen



Nach vielen verschiedenen Reisen, vom Tagesausflug in die Berge zum Wandern oder einem Citytrip nach Amsterdam mit der Bahn, der Fernreise nach Thailand bis zum Roadtrip durch Südfrankreich habe ich schon viele Arten zu Reisen ausprobiert - und mich dabei sehr gut kennen gelernt. Deshalb weiss ich inzwischen, was mir auf Reisen gut tut und was mich innerhalb von kürzester Zeit in einen abartigen Stresszustand versetzt und mir schlechte Laune beschert. 


Seiser Alm, Südtirol
Seiser Alm, Südtirol: Vor den Touristenmassen geflüchtet auf den ruhigen Wanderweg


  • Lärm und Hektik meiden! Am Beispiel Kathmandu bedeutet das für mich, dass ich heute nicht mehr direkt im hektischen Stadtzentrum übernachte sondern in einem ruhigeren Viertel oder sogar außerhalb von Städten (wie zum Beispiel in einem Vorort von Kandy in Sri Lanka). Wenn ich Natur und Tiere um mich habe oder zumindest weniger Menschen, dann geht es mir besser. Außerdem versuche ich, allzu straffe Zeitpläne zu vermeiden oder genug Puffer einzubauen, damit ich keine Angst haben muss, Anschlüsse zu verpassen oder den Zeitplan nicht einhalten zu können.

  • Gruppenzwang umgehen! Beispielsweise wandere ich nicht so gern in größeren Gruppen. Das Tempo ist anders, manche interessieren sich nicht für Tiere und die Aussicht, die minutenlang meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Wenn ich in Gruppen reise, ist mir nach einem langen Tag voller Eindrücke eher nach Ruhe auf dem Zimmer als nach gemeinsam Trinken bis spät in die Nacht. Mein Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe unterscheidet sich oft stark von dem meiner Mitmenschen. Deshalb meide ich manchmal Reisen in großen Gruppen oder ziehe mich regelmäßig zum Ausruhen zurück.

  • Menschenmassen meiden! Das funktioniert nicht immer, zum Beispiel im Wartebereich am Flughafen-Gate. Dort sind die Emotionen fast greifbar, manche Menschen sind traurig über ihre Abreise, andere aufgeregt wann es endlich losgeht, ein paar Leute stehen schon 50 Minuten vor Boarding ungeduldig in der Schlange. Es ist ein Whirlpool von Emotionen, die da auf mich einströmen. Ich versuche in solchen Momenten bewusst abzuschalten und mich zu distanzieren.
    Es bedeutet auch, dass ich Festivals, Konzerte, Paraden, Demonstrationen und dergleichen häufig lieber meide, obwohl ich lange versucht habe, mich darauf einzustellen und an die Situation anzupassen. Ich schaffe es nicht. Es grenzt für mich teilweise an Folter, eng gedrängt zwischen verschwitzten Menschen zu stehen oder in einer Gruppe von Leuten, die wegen einem Thema, das ihnen am Herzen liegt, sehr aufgewühlt sind. Die Emotionen sind in solchen Situationen stark und für mich sehr anstrengend, da ich sie alle intensiv wahrnehme. Dem möchte ich mich nicht oder nur wohldosiert aussetzen – z.B. stehe ich bei Konzerten, die ich unbedingt besuchen will, ganz hinten.
    Auf Reisen besuche ich berühmte Sehenswürdigkeiten mit Menschenmassen nur kurz und meide Museen (letztere sind für mich schwierig, da die grelle Ausleuchtung und die starken visuellen Eindrücke mich schnell total erschöpfen). Stattdessen plane ich mittlerweile meine Reisen mit Programm, das mir persönlich wirklich gut tut! Zum Beispiel Tiere beobachten oder in der Natur wandern gehen, leckeres Essen genießen und eine Stadt nach meinem eigenen Tempo erkunden.

Calanques, Marseille
Calanques, Marseille - zu diesem Aussichtspunkt hätte ich es allein niemals geschafft!

  • Ein menschlicher „Anker“: obwohl es vermutlich seltsam klingt – ich bin nicht gern allein. Daheim in meiner Safe Zone ist es okay, aber in einer fremden Umgebung unter ständigem Stress und mit viel Input bin ich froh, einen Menschen bei mir zu haben, der ein Ruhepol ist. Ein Anker. Jemand der mich versteht und mir beisteht. Der, wenn ich mich in etwas hinein steigere und glaube, dass ich meine Grenzen erreicht habe, ruhig bleibt und mir eine gewisse Sicherheit gibt oder mich motiviert. Das kann bei einer Wanderung sein aber auch bei einer stressigen Situation mitten in einer Stadt, wenn mir alles zu viel wird. Ich verreise deshalb nicht so gern allein, auch wenn ich es immer noch gelegentlich mache bzw. machen muss.

  • Meinem Planungs- und Kontrollzwang nachgeben: HSP wollen gern alles bis ins letzte Detail durchplanen. Bestes Beispiel: drei Monate vor meiner Südafrika-Reise hatte ich alle Unterkünfte gebucht, den Mietwagen organisiert, die Flugtickets für Auslands- und Inlandsflüge und fast alle Aktivitäten vor Ort organisiert. Innerhalb von knapp einer Woche, wohlgemerkt. Ich bin gut darin, etwas zu planen und zu organisieren, aber es ist auch ein Zwang. Es gibt mir Sicherheit und das Gefühl, dass es gut laufen wird. Ich bin nicht spontan (was ich oft bedaure), aber seit ich mich mit meiner Hochsensibilität auseinandersetze und die Gründe für meine Planungswut erkannt habe, schaffe ich es zumindest besser, ab und zu mal „loszulassen“.
    Manche Dinge muss ich aus anderen Gründen vorplanen – als Allergikerin und Vegetarierin ist das teilweise notwendig. Diese Tatsache akzeptiere ich und überlege mir: Ist es in einer bestimmten Situation gut oder unnötig, dass ich etwas vorausplane? Sollte ich versuchen, hier mehr dem Zufall und meiner Intuition zu überlassen? Auf Reisen bedeutet das für mich inzwischen, dass ich besonders wichtige Dinge wie Unterkunft für den Ankunftstag vorab buche, aber bei Langzeitreisen auch gern mal Dinge auf mich zukommen lasse und spontan entscheide. Wenn ich mich akklimatisiert habe und kein Zeitdruck besteht, funktioniert das ganz gut.

  • Zeit zum Verarbeiten von Eindrücken nehmen: mich beschäftigen manche Gespräche, Eindrücke oder Beobachtungen sehr lang und intensiv. Ich versuche deshalb, mir bewusst Zeit zum Reflektieren zu nehmen – zum Beispiel mit einem Reisetagebuch oder indem ich abends die Fotos des Tages nochmal durchschaue und nachdenke. Wenn ich einen straffen Zeitplan habe versuche ich mir trotzdem zwischendurch etwas Zeit zu gönnen. Beim Frankreich-Roadtrip konnte ich es zum Beispiel so lösen, dass der Beste Auto gefahren ist und ich mir während den Fahrten zwischen den einzelnen Stationen Notizen gemacht und nachgedacht habe. 


Hund in Brantes, Südfrankreich
Wegen diesem Hund in Brantes, Südfrankreich, war ich zehn Minuten lang total entzückt!

  • Selbstakzeptanz: Manchmal muss man sich selbst daran erinnern, dass man auch als ehrgeizige*r Perfektionist*In Fehler macht. Die Enttäuschung, wenn das ausgewählte Restaurant oder Hotel trotz stundenlangem Recherchieren und Rezensionen lesen nicht gut ist, nagt an einer HSP. Ich mache ich mir dann Vorwürfe und ärgere mich über die verschwendeten Ressourcen (Zeit, Geld etc.). Das wirkt sich auf meine Laune und auf mein Selbstbild aus. Ich versuche deshalb, mir vor Augen zu führen, dass Probleme, Fehlentscheidungen und Pech zu einer Reise dazugehören und auch wichtige Erfahrungen sind, aus denen ich lerne. Das klingt total logisch, war für mich aber ein großer Schritt zu mehr Gelassenheit auf Reisen.

  • Wut und Trauer zulassen und nutzen: Emotionen sind für Hochsensible ein wichtiges Thema, denn wir sind sehr empathiefähig. Das heißt, wir versetzen uns gut in die Lage anderer und können ihre Gefühle und Bedürfnisse schnell erkennen und gut nachvollziehen. Ein Beispiel: Rio de Janeiro, 2007. Ein Straßenkind sitzt auf einer Treppe und wird von den Passanten ignoriert und dann sogar von jemand getreten, weil das Kleinkind „im Weg“ war. Diese Situation führte bei mir zu tiefer, verstörender Trauer und tagelangem Grübeln. Fünf Jahre später schrieb ich eine wissenschaftliche Publikation über Straßenkinder in Brasilien – einmal eingefühlt vergesse ich solche Situationen nie wieder! Und vielleicht ist das gut so, denn sie prägen mich als Mensch und wirken auf mein Handeln ein.

Little Adam's Peak
Ruhepause auf dem Little Adam's Peak, Sri Lanka



Das sind einige Punkte, die mich auf Reisen (aber auch im alltäglichen Leben) stark beschäftigen. Was ich noch lernen muss: meine Bedürfnisse besser erkennen, reflektieren und meinen Mitmenschen mitteilen. Das Zusammenleben, gemeinsame Arbeiten oder Reisen mit Hochsensiblen ist nicht immer ganz einfach – für uns ist es das umgekehrt aber auch nicht ;) Da hilft nur Kommunikation und Rücksichtnahme auf beiden Seiten. Und in diesem Sinne möchte ich auch meine Erfahrungen auf dem Blog mit euch teilen – wenn ihr jemand kennt, der hochsensibel ist oder es vielleicht selbst seid, kann der Erfahrungsaustausch nur helfen!

Freitag, 15. September 2017

KÜRBIS-CHAI-MUFFINS

Ich liebe Kürbis, jedes Jahr freue ich mich nur aus diesem Grund auf den Herbst! Den Anfang machen dieses Jahr saftige Kürbis-Chai-Muffins. Das Rezept ist aus der Slowly Veggie, wo auch noch viele weitere leckere Kürbisgerichte zu finden sind. Ich kenne kein Gemüse, das so vielfältig ist wie Kürbis - egal ob süss im Smoothie und Brownies oder herzhaft als Ofenkürbis, Hummus oder Suppe... Daran kann ich mich nicht so schnell sattessen! Im Rezeptindex (Süß & Herzhaft) findet ihr übrigens alle Rezepte aufgelistet, falls ihr noch mehr Inspiration für die Kürbis-Saison braucht!

Kürbis-Chai-Muffins

Kürbis-Chai-Muffins
Kürbis-Chai-Muffins

 
Zutaten für ca. 20 Stück:
150 g Hokkaido
1 Banane
240 ml Milch/Mandelmilch/Sojamilch
5 TL Chai-Tee
300 g Mehl
200 g brauner Zucker
1 Prise Salz
3 TL Backpulver
5 EL Kokosöl
50 g Zartbitter-Schokotropfen

Kürbis würfeln und in kochendem Wasser 15 Minuten kochen, bis er weich ist. Abgießen und kurz abkühlen lassen. Dann zusammen mit der Banane pürieren. In der Zwischenzeit Milch aufkochen und den Chai-Tee ca. 15 Minuten lang ziehen lassen, dann durch ein Sieb gießen. Anschließend Zucker und Kokosöl zur warmen Milch geben und zusammen mit der Kürbis-Bananen-Mischung mit dem Handrührgerät zu einer Masse schlagen. Mehl und Backpulver in die Masse sieben und gut verrühren. Zuletzt die Schokotropfen unterheben. 

Ofen auf 160° C Umluft vorheizen. Die Masse in ca. 20 Muffinförmchen füllen (je nach Größe werden es 15 - 20 Stück). Im vorgeheizten Ofen 20 Minuten lang backen (Stäbchenprobe) und anschließend auf einem Gitter auskühlen lassen.


Kürbis-Chai-Muffins

Dienstag, 12. September 2017

OSTSEE: PRIWALL, TRAVEMÜNDE & LÜBECK

Während meiner Ostsee-Reise war ich nicht nur am Timmendorfer Strand sondern auch auf dem Priwall, in Travemünde und in Lübeck. Ich hätte am liebsten noch mehr Zeit in dieser Region verbracht, denn es gab so viel zu sehen! Leider hatte ich nur drei Tage und wollte mich natürlich auch etwas erholen und nicht nur von einer Sehenswürdigkeit zur anderen hetzen. 


Priwall Strand
Strand am Priwall


Einer meiner Geheimtipps, wie man mit wenig Zeit und Geld viel reisen kann: hängt einfach ein paar Tage an eine Geschäftsreise dran! Die An- und Abreise habt ihr sowieso, wieso nicht einfach etwas länger bleiben? So spart ihr Zeit und Geld. In meinem Reise-Rückblick 2015 könnt ihr noch mehr Tipps nachlesen, wie man mit 25 Urlaubstagen trotzdem viel reisen kann!

Der Priwall


...ist eine Halbinsel, die man entweder mit der Fähre von Travemünde aus erreicht, oder man fährt mit dem Auto "unten herum" über die Straße. Die Fähre ist allerdings die bequemere Wahl. Es gibt eine Auto- und eine Personenfähre, die an unterschiedlichen Stellen ablegen - praktisch, wenn ihr euch gerade am anderen Ende der Halbinsel oder an der Spitze von Travemündes Hafen befindet. Die Wochenkarte gilt für beide Fähren und auf der Autofahren können auch Personen ohne Auto mitfahren.


Personenfähre Priwall - Travemünde
Personenfähre Priwall - Travemünde


Der Priwall ist touristisch noch nicht so erschlossen wie Travemünde oder Timmendorfer Strand. Es gibt keine riesigen Hotels, eher Pensionen, Bungalows und Ferien-Apartements. Leider ist momentan eine Großbaustelle im Gange, die Lärm und Dreck macht... Passt bei der Buchung also unbedingt auf, wo genau ihr unterkommt bzw. fragt im Zweifelsfall beim Vermieter nach. Wir hatten ein wunderschönes geräumiges Apartment über Airbnb gemietet, aber leider donnerten ab sechs Uhr morgens im Minutentakt die LKWs dort vorbei. Das war natürlich ein Dämpfer im Urlaub. Eigentlich war das Appartement toll: für 75 Euro die Nacht (3 Personen + Hund) mit zwei Schlafzimmern, riesigem Wohnzimmer, Küche und Garten! Auf dem Priwall ist alles noch etwas günstiger und die Strände nicht gar so voll wie in anderen Gebieten. Es gibt viel Wald und auch einen riesigen Hundestrand, den ich täglich mit meinem Hund aufgesucht habe.

Am Hafen bzw. bei der Personenfähre liegt das große Museumsschiff "Passat". Ich hatte leider keine Zeit, das riesige Segelschiff anzuschauen, aber es ist ein absoluter Hingucker! Lustigerweise kann man auch dort übernachten, es ist also auch eine Art Hotelschiff. 


Museumsschiff Passat in Travemünde


Der südliche Priwall ist außerdem ein Naturschutzgebiet, das man zum Beispiel mit dem Fahrrad erkunden kann. Räder könnt ihr euch einfach tageweise mieten und müsst sie nicht selbst mitbringen. Ein Fernglas ist praktisch zur Vogelbeobachtung, aber es ist auch wunderschön dort einfach nur spazieren zu gehen. 


Dünen am Priwall
Priwall - Weg zum Strand durch die Dünen

Es gibt einen winzigen Tante-Emma-Laden, in dem man das wichtigste kaufen kann (Zeitungen, Klopapier, morgens frische Brötchen). Große Supermärkte gibt es auf der Halbinsel nicht! Restaurants sind eher Mangelware, neben den Imbissen am Strand gibt es eigentlich nur das Restaurant Pesel im Fährhaus. Es sieht ein bisschen urig aus, aber das Essen war total lecker. Ich hatte Bratkartoffeln (die mir auf Wunsch gern als vegetarische Variante ohne Speck gemacht wurden), hausgemachte Remoulade (ein Traum!) und einen sehr leckeren Salat dazu. Das alles für ca. 8,50 Euro.. Zum Nachtisch hatte ich frisch gebackene Waffeln mit heißen Kirschen und Vanilleeis, die ebenfalls herrlich waren.

Travemünde


Gegenüber vom Priwall liegt Travemünde, auch einer der wichtigsten Häfen in der Region (man muss dort vorbei um beispielsweise nach Lübeck zu fahren). Riesige Containerschiffe und Fähren nach Dänemark passieren den Kanal zwischen Travemünde und Priwall. Da bekommt man schon mal große Augen, wenn man im Restaurant am Hafen sitzt und sich plötzlich ein gigantisches Frachtschiff von der Größe eines Hochhauses durch den schmalen Kanal schiebt!


Travemünde
Travemünde


Travemünde hat jede Menge Restaurants zu bieten, viele Fischlokale aber es gibt auch eine gute Auswahl für Vegetarier. Für mich war es ungewohnt, dass so viele Kartoffelgerichte auf der Speisekarte stehen (typisch Norddeutschland). Ofenkartoffeln und Bratkartoffeln bekommt man eigentlich in jedem Restaurant dort. Ich hatte aber auch leckere vegetarische Flammkuchen, es gibt Holzofenpizza, Salate, Nudeln - man kann sich als Veggie eigentlich gut durchschlagen.

Absolut grandios war das Frühstück im Cafe Niederegger. Für 13,50 Euro bekommt man frisch gepressten Orangensaft und Kaffee oder Tee, Eier, Brötchen, Käse, Marmelade, Honig und Quark-Dip. Es gibt zahlreiche Variationen (z.B. mit Schwarzbrot statt Brötchen oder eine etwas kleinere Variante). Das ganze wird serviert auf einer hübschen Etagere. Uns hat es wirklich gut geschmeckt! Eigentlich ist das Cafe Niederegger gleich zwei Besuche wert, denn sie haben unglaubliche Kuchen, Torten und köstliches Eis. Die Marke Niederegger steht für hochwertiges Marzipan, das ihr auch im Cafe kaufen könnt - oder eben in Torten, Kaffee, heißer Schokolade oder Eis findet. Ich liebe Marzipan und deswegen war das für mich ein Highlight!


Hafen Travemünde

Hafen Travemünde


Einen Spaziergang am Hafen von Travemünde solltet ihr auch einplanen. Es macht Spaß, die verschiedenen Schiffe und Boote anzuschauen, die dort angelegt haben. Außerdem befindet sich dort der Alte Leuchtturm, den man auch betreten kann - von oben hat man einen schönen Blick auf den Hafen und den Priwall! 


Alter Leuchtturm Travemünde
Alter Leuchtturm Travemünde


Deutlich höher als der Leuchtturm ist übrigens das Maritim Hotel aus den 70er Jahren. Es hat stolze 119 Meter und naja, sagen wir mal so - die Küste wäre schöner, wenn es nicht da wäre ;) Zwischen den hübschen alten und niedrigen Gebäuden sticht es ziemlich heraus. Im 35. Stock gibt es ein Restaurant mit Ausblick. Im Dachgeschoss (also ca. 117 m hoch) befindet übrigens sich das höchste Leuchtfeuer Europas - davon wurde der Alte Leuchtturm abgelöst.


Maritim Hotel Travemünde


Lübeck


Ich war zwar schon mal als Kind in Lübeck, kann mich daran aber ehrlich gesagt überhaupt nicht erinnern. Dementsprechend hatte ich keine speziellen Erwartungen (außer einen Marzipan-Großeinkauf). Allerdings war ich positiv überrascht von der wunderschönen Altstadt mit ihren Backsteinhäusern und kleine Gassen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten haben wir ganz nebenbei abgehakt, zum Beispiel das berühmte Holstentor (ein altes Stadttor und das Wahrzeichen von Lübeck). Darin befindet sich ein Museum und bei einer Stadtführung erfährt man eine Menge über die Inschriften, die historische Rolle als Befestigungstor usw.


Altstadt Lübeck

Holstentor Lübeck


Unser Weg führte erstmal zu Niederegger, die große Filiale der Marzipan-Firma wollte ich unbedingt besuchen. Dort gibt es allerlei Marzipan-Kunstwerke (wie z.B. ein riesiges Schiff aus Marzipan) zu bewundern, Kaffee und Kuchen sowie tolle Mitbringsel. In meiner Einkaufstasche sind neben dem Klassiker (Marzipanschokolade) noch Marzipan-Schwarztee und heiße Schokolade gelandet. 


Niederegger Lübeck


Direkt gegenüber ist das Lübecker Rathaus. Klingt erstmal langweilig, aber dieses Gebäude zählt zu den bekanntesten Werken der Backsteingotik und zu den größten mittelalterlichen Rathäusern in Deutschland. Ich fand es ziemlich beeindruckend und habe es mir von allen Seiten angeschaut!


Rathaus Lübeck in Backsteingotik

Rathaus Lübeck in Backsteingotik


Wir sind dann weiter an der Trave entlang spaziert. Dort liegen teilweise schöne alte Schiffe und es ist angenehm, etwas abseits vom Innenstadt-Trubel spazieren zu gehen. Am besten spaziert es sich an einem sonnigen Nachmittag mit einem leckeren Eis in der Hand: bei Soulmade gibt es außergewöhnliche Sorten wie Salzkaramell, Himbeer-Marzipan oder Maracuja-Minze (auch vegane Sorbets). 


Trave in Lübeck

Hotel in Lübeck

Schiff Johanne in Lübeck


Ich hoffe, ihr habt jetzt auch Lust bekommen, an die Ostsee zu reisen! Für mich war es ganz sicher nicht der letzte Besuch im hohen Norden.


Ähnliche Beiträge

Printfriendly