Donnerstag, 26. September 2013

REZENSION: COFFEE CIRCLE

Ich trinke sowohl gern Tee als auch Kaffee. Immer schön ausgewogen, worauf ich gerade mehr Lust habe. Es gibt einige, die ihn gar nicht mögen, andere sind total abhängig davon (so wie mein Papa... ihr wollt gar nicht wissen wieviele Tassen der am Tag trinkt!). Ich glaube aber, dass viele Leute auch noch keinen wirklich guten Kaffee getrunken haben, sondern nach den ersten paar Versuchen mit Billgkaffee aus der verkalkten Plastik-Kaffeemaschine aufgegeben haben. So ging es mir nach meinem ersten Kaffee auch erstmal für eine Weile - dann brach der Latte-Macchiato-mit-extra-Sirup-Trend aus und es war um mich geschehen - heute brauch ich keinen Zuckerschock mehr, um Kaffee zu mögen. Ich gebe zu, lange Lerntage haben auch dazu beigetragen, dass ich es mit dem Kaffee nochmal probiert habe.

Deshalb ein Appell an alle Ich-hasse-es-VertreterInnen da draussen: probiert doch mal einen wirklich hochwertigen Kaffee. Das macht durchaus einen Unterschied. Ich habe seit Jahren eine Standard-Fairtrade-Marke, die ich kaufe, aber vor kurzem bin ich auf Coffee Circle aufmerksam geworden. Deren Konzept und Sorten haben mich sehr interessiert, so dass ich mich entschlossen habe, den Kaffee zu testen und euch davon zu berichten!  



Netterweise hat mir die Firma Coffee Circle ein Testpäckchen geschickt, so dass ich fleissig ausprobieren konnte. Oben auf dem Bild seht ihr schon die herrlichen, kleinen Bohnen in flüssiger und fester Form. (Der weltbeste und kaffeesüchtige Chemiker-Freund hat soeben gemeckert, dass das ja gar keine flüssige Form der Kaffeebohnen ist, sondern nur ein Extrakt, aber ihr wisst ja, was ich meine.)

Was mich bei Coffee Circle besonders fasziniert hat, sind drei Aspekte.

1) Der Kaffee ist nicht nur Fair Trade sondern wird auf eine nachhaltige Weise in Waldgärten angebaut. Das habe ich so noch nie irgendwo gelesen und finde, es klingt sehr gut! Coffee Circle schreibt dazu auf der Homepage:
"Unser Limu-Kaffee wächst auf bewaldeten, tiefgrünen Plateaus 1.900m über dem Meeresspiegel, weit über den trockenen Tiefebenen Südost-Äthiopiens. Die Kaffeebauern pflanzen ihn seit Generationen in ihren Waldgärten im kühlen Höhenklima an. Dort reift er langsamer und entwickelt so sein intensives, blumig-süßes Aroma. Der fruchtbare Waldboden und die klare, milde Höhenluft bieten ideale Wachstumsbedingungen.
Unterschiedliche Pflanzen- sowie allerlei Tierarten spenden Schatten, sorgen für die natürliche Düngung des Bodens und Schädlingsresistenz. Die Kleinbauern in Ilketunjo verzichten daher auf chemische Düngemittel und Pestizide. Anbauart und -techniken wurden über Generationen weitergegeben und schon die Ur-Ur-Großväter unserer äthiopischen Partner haben auf die gleiche Art Kaffee angebaut."

2) Zusätzlich dazu, dass der Kaffee fair produziert wird, fördert Coffee Circle auch noch Entwicklungsprojekte. Ein Euro pro verkauftem Kilogramm Kaffee geht in Form dieser Projekte zurück an die Kaffeebauern. Mehr kann man hier nachlesen oder in diesem Video sehen, das lohnt sich wirklich. Ich finde das Konzept sehr vorbildlich und fair! Traditionelle Anbaumethoden fördern statt dem üblichen Billig-Massenkonsum-Anbau der die Umwelt zerstört. Daumen hoch!

3) Es gibt eine Rubrik namens "Kaffeewissen", in der über die verschiedenen Zubereitungsmöglichkeiten von Kaffee genau aufklärt wird - auch über solche, von denen ihr vielleicht noch nie gehört habt, so wie den Kaffee Syphon..! Fotos, Videos und verständlich geschriebene Anleitungen - ich muss zugeben, dass mich die Seite regelrecht in ihren Bann gezogen hat. Online findet man wie ihr wisst eine Menge Blabla und tausend verschiedene Meinungen - endlich mal fundiertes Wissen auf einen Klick (umsonst) verfügbar zu haben ist (flüssiges) Gold wert! Coffee Circle schreib dazu:
"Wir möchten allen unseren Kunden ebenfalls vermitteln, wie sie Kaffee unserer Qualität richtig zubereiten, so dass jede Tasse zu einem Erlebnis wird. Wir sind keine Fans teurer Maschinen, die vollautomatisch auf Knopfdruck alle Arten von Kaffee aufbrühen. Für uns steht der optimale Geschmack des Kaffees im Vordergrund. Hierfür bedarf es keiner aufwendigen Technik, im Gegenteil, voll automatische Maschinen sind hierfür manchmal eher hinderlich. Deshalb stehen wir für einfache Zubereitungsarten, die bei der Zubereitung den Kaffee in den Mittelpunkt stellen und nicht die Technik."
In der Rubrik werden auch Kaffeemühlen erwähnt und nachdem ich viel darüber gelesen hatte, musste einfach dieses tolle Stück bei mir einziehen:



Eine Retro-Kaffeemühle, handgefertigt in einem US-Familienbetrieb namens Red Rooster. Unten fängt ein Ball Mason Glas (alle Foodblogger-Herzen schlagen jetzt höher!) den gemahlenen Kaffee auf. Gusseisen, Walnussholz und Glas, die Mühle ist einfach jeden Cent wert. Das kann ich sagen, nachdem ich sie eine Woche lang ausprobiert habe!

Frisch gemahlener Kaffee ist nicht zu vergleichen mit fertig gemahlenem. Und man braucht auch keinen riesigen Kaffee-Vollautomat, damit es gut schmeckt. Bei mir zuhause gibt es eine French Press für Kaffee und eine Bialetti für Espresso. Beides ist günstig und macht superfeinen Kaffee, vor allem in Kombination mit der Mühle.  


Das waren eine Menge Infos und eine Menge Bilder... Aber was so gut ist, muss einfach ausführlich vorgestellt werden. Ich hoffe, ich habe mit diesem Beitrag euer Interesse geweckt, nicht nur an Kaffee und dessen Zubereitungsmöglichkeiten, sondern auch am Prinzip Fair Trade. Gerade bei Kaffee oder Kakao (siehe Fair-Trade-Schokoladenwoche für mehr Infos zum Konzept Fair Trade) ist das einfach ein sehr wichtiges Thema. Wir wollen gute Arbeitsbedingungen in unseren eigenen Jobs, also sollten wir das auch im Ausland durch die Auswahl der Produkte, die wir kaufen, unterstützen. 

Kommentare:

  1. Witzig, ich habe erst diesen Sommer begonnen, Kaffee zu trinken. Davor mochte ich ihn einfach nicht. Ich mahle die Bohnen nicht selbst, aber mit so einer schicken Mühle, wie Du sie besitzt, würde ich wohl auch nicht mehr zum fertigen Kaffeemehl greifen.

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    1. Hehe na dann kommt der Beitrag ja genau richtig! =) Danke für deinen lieben Kommentar!
      Ela

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  2. Sehr schön, ich liebe Kaffee! Natürlich nicht die Trucker-Brühe, die gerne in Büros angeboten wird, sondern frisch gemahlen. Vor kurzem hab ich das erste Mal einen Chemex getrunken, so einen superfänzi Kaffee, eigentlich nichts anders als Filterkaffee, aber gut war er trotzdem :)

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    1. Chemex habe ich mal im TV gesehen und gleich wieder vergessen, aber bin über die Coffee Circle Seite wieder drauf aufmerksam geworden und fand es eigtl ganz interessant! Spannend, dass du die schon ausprobiert hast..
      LG
      Ela

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  3. Da möchte ich mich fast einladen! Das Kaffee-Equipment ist bei mir das gleiche, mir fehlt nur die Mühle :)
    Danke für den Sorten-Tipp, denn meine Vorräte neigen sich dem Ende zu.

    Viele Grüße
    Lena

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    1. Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt =) Und gut zu hören, dass du das gleiche Equipment hast - dachte schon fast, diese scheusslichen Kapselmaschinen sind mittlerweile in jedem Haushalt zu finden.. Denen kann ich so gar nix abgewinnen. Echter, frisch gemahlener Kaffee ist einfach immer besser =)
      LG
      Ela

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  4. Danke für den ausführlichen Test, ich bin auch erst durch die Latte-Macchiato-Welle auf Kaffee gekommen :-). Kürzlich konnte ich eine Profi-Kaffeeverkostung mitmachen und habe mich dort tatsächlich zum ersten Mal "theoretisch" mit Kaffee beschäftigt. Man (frau) hat ja gar keine Ahnung, wie der gemacht, wo hergestellt etc wird..
    Liebe Grüße, Kathrin

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    1. Wow, eine Profi-Kaffeeverkostung ist sicher spannend :) Den direkten Vergleich von Kaffeesorten hat man ja auch eher selten, sondern kauft sich nacheinander verschiedene und hofft, dass irgenwdann der richtige dabei ist... Aber Coffee Circle ist bisher wirklich mein Favorit!
      LG
      Ela

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