Dienstag, 30. August 2016

URLAUB IM BREGENZERWALD

Der Bregenzerwald hat etwas magisches an sich. Nebelverhangene Berge, saftige Täler und Schindelhäuser wohin man blickt. Es ist schon ein Kontrast zum ersten Eindruck von Vorarlberg! Dieser Teil von Österreich hat mich insgesamt sehr beeindruckt und fasziniert. Ich kann euch sehr ans Herz legen, die Region mal zu Besuchen. Um euch das noch schmackhafter zu machen gebe ich euch deshalb ein paar tolle Tipps für den Bregenzerwald*!


Bregenzerwald - Vorsäß Schönenbach


1. Unterkunft: Schtubat


Übernachtet haben wir in der Schtubat* in Andelsbuch. Schtubat? Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was das heißt - das Wort kommt von "Stube"! Der Dialekt ist ziemlich eigen und für Fremde kaum zu verstehen. Aber die Vorarlberger sind sehr herzlich und sprechen auch Hochdeutsch, wenn sie merken, dass ihr kein Wort versteht... Wir haben uns in der Schtubat jedenfalls sehr wohl gefühlt. Das Haus wurde erst vor kurzem fertiggestellt und ist ein Familienbetrieb. Die Heimatverbundenheit merkt man gleich - alles wurde aus heimischem Material von Firmen aus der Region hergestellt und gebaut, das Haus hat natürlich außen die klassischen Holzschindeln und der Name ist auch typisch Vorarlbergerisch!


Schtubat in Andelsbuch

Schtubat Andelsbuch Schlafzimmer


Ich fand es großartig, direkt so in die Vorarlberger Kultur einzutauchen statt in einem neutralen Hotel zu wohnen, das auch in Frankfurt oder Singapur stehen könnte. Immerhin reise ich ja in ein Land, um es kennenzulernen. Die Schtubat ist also ein echter Geheimtipp, den ich euch sehr ans Herz lege. Der Beste, unser Hund und ich durften ein Apartement im oberen Stock beziehen, das sogar eine Einbauküche im Wohnzimmer hat und einen großen Balkon mit tollem Blick auf die Berge. 


Schtubat in Andelsbuch

Schtubat in Andelsbuch


Morgens gibt es ein klassisches Frühstücksbuffet, aber wenn ihr lieb fragt, macht euch Wolfgang vielleicht auch einen Frühstücksriebel! Wir durften sogar zugucken und vom Experten lernen, wie man einen echten Riebel herstellt und worauf es ankommt.


Frühstück in der SchtubatWolfang macht Riebel in der Schtubat


2. Wanderung von Bezau zum Vorsäß Schönenbach


Gut gestärkt haben wir uns dann zum Wandern aufgemacht. Mit dem Auto geht es zur Seilbahn Bezau, von dort aus hoch auf den Berg! Leider war es sehr nebelig, so dass wir die Aussicht von der Bergstation nicht genießen konnten. Zumindest hat es nicht geregnet und im Laufe des Tages aufgeklart!



Seilbahn Bezau


Oben haben wir uns gleich auf den Weg gemacht, obwohl wir kaum zehn Meter weit sehen konnten. Plötzlich taucht eine Kuh aus dem Nebel auf! Sie war allerdings noch ganz verschlafen und hat sich nicht mal die Mühe gemacht, aufzustehen... Der Hund war allerdings etwas irritiert, plötzlich vor einer Kuh zu stehen ;)


Kuh in Vorarlberg



Die Wanderung führt am Berg entlang in Richtung eines großen Tals, da wir dann durchquerten. Man hat wirklich einen wunderschönen Blick und es ist toll, zwischen den Bergen entlang zu gehen. Nur aufpassen, dass man nicht in Kuhfladen tritt - die sind nämlich wirklich überall... 


Wanderung Bezau

Wanderung Bezau


Die Wanderung ist sehr gemütlich, es gibt aber etwa nach der Hälfte zweimal einen steilen Anstieg. Gute Wanderschuhe sind Pflicht und wenn es geregnet hat, kann der Weg sehr rutschig sein. Der Hund ist wie eine Bergziege hinaufgerannt, während ich schwitzend und fluchend hinterhergehechelt bin... Vier Beine müsste man haben!


Wanderung Bezau

Wanderung Bezau


Einen kurzen Schockmoment gab es dann nochmal, als ein junger Bulle mitten auf dem Weg stand und uns schon von weitem anstarrte. Die meisten Kühe sind Wanderern gegenüber sehr friedlich, man sollte sie jedoch trotzdem in Ruhe lassen - vor allem wenn sie junge Kälber bei sich haben. Junge Bullen sind hingegen öfter mal etwas agressiv und sollten großzügig umlaufen werden. Vor allem von Hunden fühlen sich Kühe gern mal bedroht... So auch in dieser Situation. Wir sind vom Weg einfach den Abhang hinunter gerannt und das war gut so - ich hatte keine Lust, auf Kuhhörnern aufgespießt zu werden ;)

Im Nachhinein haben wir dann übrigens gelesen, dass man den Hund ableinen soll, wenn eine Kuh auf einen zustürmt. Der Hund kann so besser ausweichen und wird höchstwahrscheinlich wegrennen, während man sich als Mensch dann auch besser schnell entfernt. Wenn beide an der Leine zusammenhängen, ist die Flucht schwieriger, deshalb der Tipp. 


Wanderung Bezau


Nach dem steilen Anstieg wurden wir dann mit einem atemberaubenden Blick auf das Vorsäß Schönenbach belohnt! Was für ein traumhafter Ort.. Die Sonne hat sich letztendlich auch nochmal blicken lassen, als wir dann den Abstieg ins Tal angegangen sind. 


Wanderung Bezau zum Vorsäß Schönenbach


Im Vorsäß Schönenbach gibt es das Jagdgasthaus Egender, dort bekommt ihr unglaublich leckere Kässpätzle mit Bregenzerwälder Käse, dazu knackigen Salat. Nach fast vier Stunden Wanderung haben wir uns schon sehr auf das Essen gefreut!


Gasthaus Schönenbach, SalatGasthaus Schönenbach, Kasspatzn


3. Abendessen im Biohotel Schwanen nach Hildegard von Bingen


Die ganzen Kalorien, die wir während der Wanderung verbraucht haben, mussten wir uns natürlich auch wieder anfuttern. Dazu eignet sich das Restaurant im Biohotel Schwanen* in Bizau ganz besonders gut! Wie der Name schon sagt handelt es sich hier um ein Biohotel, aber im Restaurant kann man unabhängig vom Aufenthalt essen gehen - das Angebot nutzen auch viele Einheimische. 


BIohotel Schwanen Gastgeber
Gastgeber Emanuel und Köchin Antonia - Copyright: Biohotel Schwanen


Gastgeber Emanuel hat uns herzlich empfangen und uns zum gemütlichen Tisch am Kamin geführt. Erst haben wir ein bisschen über den Slogan gestaunt - Wo die wilden Weiber kochen? Was hat es wohl damit auf sich? Frauen spielen im Biohotel Schwanen eine große Rolle - nicht nur, weil hier nach dem Prinzip von Hilgegard von Bingen gekocht wird. In der Küche ist auch das Reich von Antonia und Franziska, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und wunderbare Gerichte zubereiten. 

In vielen gehobenen Restaurants kommt es einem so vor, als wären es immer nur Männer, die Sterne und Punkte erkochen... Aber hier wurden Frauen mit vierzehn Punkten von Gault-Millau ausgezeichnet - und das zu Recht!


Salat im Biohotel Schwanen



Es gibt einige Gewürze, die laut Hildegard von Bingen besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden sind. Die Gerichte im Biohotel Schwanen sind aus regionalen und saisonalen Zutaten, Bio-Qualität und auf jeden Fall etwas besonderes. Hier wird mit Herz und Seele gekocht, das schmeckt man. 

Die Karte ist übersichtlich, was ich gut finde. So können wir uns schnell entscheiden - Vegetarier*Innen haben auf jeden Fall auch genügend Auswahl. Vom Salat mit knusprigen Ziegenkäsetalern, frischen Kräutern und essbaren Blumen schwärme ich immer noch!

Auch das Hauptgericht, Tagliatelle in Limonensauce, war absolut herrlich. Zum Nachtisch gab es dann Zitronentarte mit Basilikumeis. Das Enziansorbet haben wir auch probiert, es war mir persönlich aber etwas zu alkoholhaltig. Die Gerichte sind allesamt sehr durchdacht und absolut köstlich. Solltet ihr mal in Vorarlberg sein, empfehle ich euch ganz stark, dem Biohotel einen Besuch abzustatten!


Zitronentarte mit BasilikumeisEnziansorbet


*Reise auf Einladung von Bregenzerwald Tourismus. Danke an Vorarlberg Tourismus für die Organisation!

Sonntag, 28. August 2016

PENNE MIT AUBERGINEN UND FEIGEN

Im Sommer esse ich genauso gern Pasta wie sonst auch, allerdings am liebsten mit viel Gemüse und Obst. Feigen lassen sich perfekt mit würzigem Camembert kombinieren, die Aubergine macht außerdem gut satt, so dass man nicht so viel Nudeln essen muss. Leichte Sommerküche ohne viel Aufwand, absolut perfekt für warme Sommer- und Herbsttage. Ich bin ja begeistert, dass es endlich wieder frische Feigen gibt, die könnte ich momentan täglich essen - morgens mit Joghurt und Nüssen, abends mit Baguette und Käse...


Penne mit Auberginen, Feigen und Camembert
Penne mit Auberginen, Feigen und Camembert

Zutaten für 2 Personen:
250 g Penne
1 Aubergine
1/2 Camembert
2 frische Feigen
frische Petersilie
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Aubergine in Scheiben schneiden und großzügig mit Salz bestreuen. Eine halbe Stunde warten, dann abtupfen und mit Olivenöl bestreichen. Ofen vorheizen, Aubergine 20 Minuten im Ofen backen, bis sie weich ist. Penne in Salzwasser gar kochen (je nach Größe 9 - 12 Minuten). In der Zwischenzeit Feigen waschen und achteln, Petersilie von den Stielen zupfen und fein hacken. Camembert würfeln. Penne abgießen und in Olivenöl schwenken, mit Feigen, Petersilie und Camembert vermengen. Auf einem Teller Auberginenscheiben anrichten und die Penne dazugeben. 


Penne mit Auberginen, Feigen und Camembert

Freitag, 26. August 2016

CABRIS & GRASSE: PARFUM, BONBONS UND OLIVENÖL

Bei unserem Südfrankreich-Roadtrip durfte auch ein Abstecher nach Grasse nicht fehlen. Wer "Das Parfum" von Patrick Süskind gelesen hat, wird diese Stadt kennen - sie war die Heimat von Jean-Baptiste Grenouille!


Grasse - Cote d'Azur


Dementsprechend ist Parfum auch ein großes Thema in Grasse*, doch auch die Altstadt mit ihren engen Gassen ist wunderschön und kulinarisch gibt es dort und in der näheren Umgebung einiges zu entdecken. Eine lokale Spezialität ist zum Beispiel Fougasette, eine Art luftiges Focaccia, das mit Orangenblütenwasser verfeinert wird und unglaublich lecker schmeckt!


Altstadt von Grasse


Untergekommen sind wir im Hotel Horizon in Cabris, einem kleinen Dorf hoch oben auf einem Berg. Dementsprechend hat man einen wunderbaren Ausblick und kann sogar das Meer sehen! Auch der Hotelpool hat eine unglaubliche Panoramakulisse zu bieten.. Leider hatten wir keine Zeit, ihn zu testen, denn wir haben uns sofort auf kulinarische Entdeckungstour begeben.


Cabris - Pool vom Hotel Horizon


Zum Abendessen waren wir im Restaurant L'Atelier* verabredet. Auf der Terrasse wird gegrillt und gekocht, man kann also zugucken wie die Gerichte frisch zubereitet werden. Die Speisekarte ist flexibel, darauf stehen nur wenige Gerichte und sie ändert sich oft. Was den Chefkoch Arnaud an Zutaten inspiriert, wird vor den Augen der Gäste zu außergewöhnlichen Gerichten. Das alles jedoch in absolut lockerer Atmosphäre und mit herzlichem Service.


Graupen mit BurrataBohnen mit Trüffel


Falls ihr auf der Karte nichts vegetarisches entdeckt, einfach nachfragen - am besten ihr ruft vorher an, reserviert einen Tisch und gebt gleich Bescheid, dass ihr Vegetarier*In oder Allergiker*In seid. So hat Arnaud Zeit, sich ein tolles Menü für euch zu überlegen! Für mich gab es als Vorspeise Graupen mit Burrata, Kräutern und bestem Olivenöl. Als Hauptgang wurden dicke Bohnen in einem aromatischen Fond mit frischen Trüffeln serviert. Und als Nachtisch ein Eton Mess mit Beeren... Einfach phantastisch! 

Am nächsten Tag haben wir natürlich das Musee International de la Parfumerie* besucht. Es ist ein spannendes und interaktives Museum, das ich euch sehr empfehlen kann. Man kann verschiedenste Düfte erraten oder riechen, von Erdbeeren bis Opium.. Aber es gibt auch einen kleinen Garten mit Pflanzen, die in der Parfumherstellung eine Rolle spielen, wie zum Beispiel Jasmin oder Rosen. Gleichzeitig wird natürlich das Handwerkszeug der Parfumherstellung erklärt, antikes sowie modernes. Wer "Das Parfum" gelesen hat, wird das Werkzeug auf dem Foto wohl auch wiedererkennen ;)


Musee International de la Parfumerie
Musee International de la Parfumerie


Anschließend sind wir hinüber zu Fragonard, einem der bekanntesten Parfumhersteller der Region. Auch dort befindet sich ein kleines Museum und natürlich ein Shop mit den beliebten Produkten.


Fragonard in Grasse


Das Beste ist jedoch, dass man in einem Workshop sein eigenes Parfum herstellen kann*. Normalerweise wird mit hunderten von Duftnoten gearbeitet, dort waren es neun - und selbst die haben mich fast überfordert.. Die Gerüche von Orangenblüten, Petit Grain oder Lavendel einzuordnen, abzuspeichern und sich eine Kombination zu überlegen ist ganz schön schwierig! Aber auch eine spannende Erfahrung - das eigene Parfum darf man anschließend in einem hübschen Flakon mit nach Hause nehmen.


Parfum Workshop bei Fragonard


Aber zurück zur Kulinarik - wir haben die Confiserie Flórian* in Gorges du Loup besucht, einem zauberhaften Ort am Fuß eines Berges direkt am Fluss. Die Fabrik steht schon seit 1949 an diesem Ort und ist ein echtes Traditionsunternehmen. Alle leckeren Dinge werden dort von Hand hergestellt. Dazu gehören Bonbons,  Gelees oder kandierte Früchte und Blumen. Spezialitäten sind beispielsweise das Rosengelee oder kandierte Veilchen. 


Confiserie Florian


Es lohnt sich auf jeden Fall zur Fabrik zu fahren, denn es gibt eine kostenlose Führung durch die Produktionsstätte! So könnt ihr sehen, wie aus Rosenblütenblättern Gelee wird, aus Verbene-Blättern kandierte Süßigkeiten oder wie die leckeren Zitronenbonbons hergestellt werden. Im Shop kann man neben den Süßigkeiten auch die Schokoladenartikel von Flórian probieren und erwerben. Ich habe mich gefühlt wie Charlie in der Schokoladenfabrik, denn die Mitarbeiter*Innen von Flórian lieben ihren Job und ihre Produkte - diese Begeisterung überträgt sich in jedem Fall auf die Besucher*Innen!


Chocolaterie Florian


Ich war besonders begeistert von den kandierten Veilchen, den "Möweneiern" aus Schokolade und den süßen Oliven. Das sind Mandeln, mit Schokolade umhüllt und mit schwarzer oder grüner Farbe überzogen, so dass sie wirklich aussehen wie Oliven. Ein perfektes Mitbringsel... Alle Produkte sind sehr hochwertig und besonders!

Am Abend durften wir noch einen Abstecher zu einer Olivenölplantage machen. Dort steht auch ein Olivenbaum, der über 500 Jahre alt ist! Auf dem Gelände der Domaine de la Royrie werden nämlich seit Jahrhunderten Oliven kultiviert. Ein wunderschöner und magischer Ort... 


Domaine de la Royrie


Wir haben dort die beiden Besitzer*Innen der Olivenhaine getroffen und das Olivenöl von Oleologie* verkostet. Außerdem hat Chefkoch Yves Terrillon aus Polenta, Olivenöl, frischen Feigen und Blumen ein tolles Gericht für uns kreiert! Yves ist für seine Blumenküche bekannt. Es war schön zu sehen, wie man sich von den Produkten aus der Region zu neuen Gerichten inspirieren lassen kann. Und mit essbaren Blüten sieht jedes Essen schöner aus, oder? 


Polenta-Sandwich mit Feigen und BlütenYves Terrillon


Bei selbstgemachter Limonade haben wir im Anschluss auf Französisch und Englisch noch über Veganismus diskutiert - für beide Seiten bereichernd und interessant! Darüber haben wir etwas die Zeit vergessen - zwischen den Olivenbäumen, mit einer leichten Meeresbrise und gutem Essen fällt es schwer, so einen wunderbaren Ort wieder zu verlassen. Doch unser Roadtrip führte uns weiter nach Nizza - darüber berichte ich euch im nächsten Beitrag!


Olivenhain an der Cote d'Azur


Hier geht es zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5 und Teil 6 unseres Roadtrips!


*Reise auf Einladung von Tourismus Grasse

Mittwoch, 24. August 2016

VORARLBERGER RIEBEL

In Vorarlberg habe ich gelernt, wie man einen echten Frühstücksriebel zubereitet. Früher war Riebel eine Mahlzeit der ärmeren Dorfbewohner und Bauern, denn die Zutaten dafür hatte jeder zuhause (Milch, Butter, Grieß). Es gibt Riebel aus Weizen aber auch aus Mais oder eine Mischung aus beidem. Er ist ein bisschen körniger als der Weizengrieß, den man in deutschen Supermärkten bekommt. Ich habe mir einige Packungen in Vorarlberg gekauft, so dass ich ihn auch zuhause zubereiten kann!

Jede Vorarlberger Familie hat ihre eigene Vorliebe, wie der Riebel zubereitet werden muss. Manche mögen ihn wie lockeren Couscous, also kleine Körner und gut zerteilt, andere bevorzugen ihn etwas weicher oder stückiger. Klassisch wird er zum Frühstück gegessen, denn er macht gut satt und hält lange vor, was bei harter körperlicher Arbeit auf dem Land wichtig ist. Dazu wird Apfelmus oder Kaffee serviert - es gibt aber auch Rezepte für herzhaften Riebel, zum Beispiel mit Pilzen. Spannend, wie ein Gericht aus so wenigen Zutaten ganz unterschiedlich zubereitet wird!

 
Vorarlberger Frühstücksriebel


Das Rezept habe ich von Wolfgang Mätzler aus der Schtubat in Vorarlberg, dem ich beim Riebel-Kochen über die Schulter gucken durfte. Lieben Dank dafür!

 
Zutaten für 4 Personen:
500 ml Milch
300 g Riebelgrieß
Prise Salz
8 TL Butter

Milch und 4 TL Butter aufkochen, eine Prise Salz hinzugeben und den Riebelgrieß langsam mit einem Holzkochlöffel einrühren. Hitze ausschalten und umrühren, dann den Deckel aufsetzen und einige Minuten quellen lassen. In einer Pfanne 4 TL Butter erhitzen, den Grieß hineingeben und anrösten. Er darf knusprig-braun werden. Mit einem Pfannenwender grob zerteilen.

Dazu Apfelmus oder Kaffee servieren.


Vorarlberger Frühstücksriebel

Montag, 22. August 2016

REISEBLOGGER-LEBEN - ZUHAUSE SEIN.

Das Reiseblogger-Leben stellen sich meine Freund*Innen, Leser*Innen, Eltern und einige andere ganz wunderbar vor. Man ist ständig unterwegs, sieht neue Orte und kann von spannenden Erlebnissen erzählen. Wenn ich ehrlich zu euch sein darf: in den meisten Fällen ist es allerdings mehr Arbeit als Urlaub. Man hetzt von einem Termin zum anderen, ob das jetzt eine zweistündige Hausführung in einem Hotel ist, ein Treffen mit einem lokalen Erzeuger von Bioprodukten oder ein Essen mit jemand vom Tourismusamt. Entspannung, Ruhe, sich treiben lassen? Meistens nicht der Fall auf einer Presse- bzw. Recherchereise für den Blog!

Deshalb genieße ich es momentan sehr, auch mal zuhause zu sein. Daheim sein ohne Termine und Pläne ist für mich wie Urlaub. Während andere erst abschalten können, wenn sie mal wegfahren, ergeht es mir gerade genau andersherum. Ich sitze in meiner Münchner Wohnung, genieße die Sonne auf dem Balkon. lese Zeitschriften und vernichte die kulinarischen Mitbringsel aus Frankreich (Veilchenbonbons und Eiswasser mit Lavendelsirup sind hier gerade meine Favoriten, außerdem ein Drink aus Kokosmilch, Eiswürfeln und Zitronenzesten). 

 
Fernweh Magazine


Dann kommt auch die Muße zum Schreiben - unterwegs habe ich dafür einfach keine Zeit, oft nehme ich mir nicht mal mehr etwas zu Lesen mit auf Recherchereisen. Ich komme sowieso nicht dazu, etwas zu lesen. Sollte ich eine halbe Stunde im Hotelzimmer für mich haben, verbringe ich diese damit, meine Eindrücke mit euch auf Instagram oder Twitter zu teilen. 

Das ist kein Jammerpost. Ich reise gern, und ich liebe es, euch davon zu berichten. Mein Herz hüpft, wenn jemand einen Kommentar hinterlässt und sagt - da fahre ich auch hin, danke für deine Tipps! Und all diese Erlebnisse in meinem Kopf zu sammeln, als Anthropologin durch die Welt zu reisen und Menschen besser verstehen zu lernen, das ist eine großartige Erfahrung. Aber daheim sein ist auch mal schön und manchmal eben erholsamer als Reisen - sozusagen Staycation ;)


Balkon DIY Regal
Urlaub auf dem Balkon ;)

Ich muss ehrlich sagen, dass ich es auch sehr genießen, wieder in meiner eigenen Küche zu kochen nachdem ich tagelang nur Restaurants besucht habe. Als Allergikerin kann das nämlich mühsam und gefährlich sein, als Vegetarierin je nach Urlaubsziel ziemlich nervig - (nein, Hühnerbrühe ist nicht vegetarisch). Andererseits kann man sich tolle Inspirationen holen und einfach mal zurücklehnen, ohne selbst am Herd stehen zu müssen. 

Dieser Blog entstand im Jahr 2010 eigentlich als Rezepteverzeichnis für Freund*Innen, mit denen ich meine Rezepte aus aller Welt teilen wollte. 2012 kam der erste Reisebericht - über Borneo, eigentlich mehr ein Tagebuch einer anstrengenden Reise, die den Besten und mich an den Rand der Verzweiflung trieb, uns aber auch viele wunderschöne Orte gezeigt hat. Heute findet ihr im Travelguide von Städtereisen-Tipps, über spezielle Veggie Food Guides bis zu Hotelrezensionen, Wanderausflügen und Fernreisen alle möglichen Berichte. Nicht zu vergessen all die Rezepte, die ich auf Reisen sammle oder die in meiner kleinen Wohnung in München gekocht werden.


Vegane Schoko & Vanille MuffinsTürkische Manti mit Joghurtsauce
 Vegane Schoko & Vanille Muffins / Türkische Manti mit Joghurtsauce


Nach über 900 Beiträgen ist Zeit zu sagen: Ich hoffe, es gefällt euch hier, ihr fühlt euch wohl und inspiriert, zum Kochen und auswärts essen, zum Reisen aber auch dazu die Heimat zu genießen. Danke für eure Unterstützung in den letzten sechs Jahren! Aufmunternde Worte, hilfreiches Feedback, jede Menge Denkanstöße und tolle Tipps haben dazu beigetragen, dass mir dieser Blog seit vielen Jahren so viel bedeutet! Und egal wo ich bin, er ist auch ein bisschen "Zuhause" das von überall erreichbar ist! :)




Mein Beitrag zur Blogparade "Staycation" von Reiseum

Samstag, 20. August 2016

HYERES & HALBINSEL GIENS

Die Stadt Hyeres ist auf unserem Roadtrip das nächste Ziel, sie liegt an der Côte d’Azur. Gegenüber von Hyeres befindet sich die Halbinsel Giens*, die über zwei Tomboli mit dem Festland verbunden ist. Das ist eine echte Besonderheit, denn Giens war früher eine Insel – jetzt verbinden die kilometerlangen Sandstreifen sie mit dem Festland. Dort befinden sich auch ein langer Badestrand und das Paradies für Kitesurfer - in einem extra abgetrennten Gebiet sieht man Dutzende von ihnen auf dem Wasser.


Hyeres und Halbinsel Giens
Hyeres und Halbinsel Giens

Hotel Le Provencal


Unser erstes Ziel auf Giens ist das Hotel Le Provencal. Es liegt im Süden der Halbinsel, hoch oben auf einem Felsvorsprung mit Panoramablick auf die Île d’Hyères! 


Hotel Le Provencal in Giens


Dort beziehen wir unser geräumiges Zimmer im modernen Design mit hellem Holz. Einige alte Stücke wie der gemütliche Holzstuhl erinnern an die Familiengeschichte, denn das Hotel wird bereits seit 1951 als Familienbetrieb geführt. Derzeit wird es nach und nach modernisiert. 


Hotel Le Provencal in Giens

Die Hotelanlage ist riesig – ein zwei Hektar großer Privatpark gehört zum Hotel. Dort befindet sich ein Barbeque-Restaurant, in dem tagsüber gegrillt wird, sowie die Bar du Soleil, wo man zu Mittag Kleinigkeiten essen kann. Unten an der Küste befindet sich das Schwimmbad, das mit Meerwasser gefüllt ist. Wer trotzdem lieber direkt im Meer schwimmt, geht einfach zur Bucht hinüber.


Hotel Le Provencal in Giens, Swimming Pool am Meer

Im Gebäude des Le Provencal befinden sich die zwei anderen Restaurants, ein kleines Bistro zur Straßenseite und ein schickes Restaurant mit Meerblick, in dem man sowohl zum Frühstücksbuffet als auch zum Dinner kulinarisch bestens versorgt wird. Vom Frühstück war ich wirklich begeistert, es gibt frisch gepresste Säfte und herrliches Nussbrot. Am Abend haben wir ein leichtes Dinner zu uns genommen: Gemüsetarte, eine kalte Tomatensuppe mit Burrata und zum Nachtisch ein Himbeertörtchen.


Gemüsetarte im Restaurant Le Provencal, Giens

Tomatensuppe im Restaurant Le Provencal, GiensNachtisch im Restaurant Le Provencal, Giens


Erwähnenswert ist auch der hübsche Laden gegenüber vom Hotel – bei Merci Marius findet ihr die schönsten Mitbringsel! Hier werden nur Produkte kleiner Designermarken verkauft, sowohl regionale, französische als auch internationale Firmen sind vertreten. Kleidung, Schals, Schuhe oder Accessoires, Badetücher und Duftkerzen aber auch gerahmte Drucke sind im Angebot.


Merci Marius in Giens

Vogelbeobachtung & Salinen


Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen – es ging zur Vogelbeobachtungin die Salinen bei Hyeres! Bis 1995 wurde dort tatsächlich Salz abgebaut, heute ist es ein Schutzgebiet. Über 260 Vogelarten und 300 verschiedene Pflanzenarten findet man dort. Wir haben uns für eine Vogelbeobachtungs-Führung entschieden, denn nur so darf man die Salinen betreten. Die Tour dauert zwei bis drei Stunden, kostet fünf Euro und ist auf Französisch. In einer kleinen Gruppe erfährt man vom Biologen und Vogelexperten alles über die heimischen Arten, warum die Salinen als Lebensraum so wichtig für sie sind und warum Flamingos eigentlich rosa sind.

Reiher in den Salinen, Hyeres

Salinen, Hyeres


Flamingos? Ganz recht – sie leben in diesem Gebiet! Wer viel Glück hat, kann sie in einem der Salzbecken entdecken. Leider konnten wir sie nicht sehen, dafür aber verschiedene andere Vogelarten. Auch so waren die Salinen sehr schön und besonders anzusehen. Nehmt euch aber einen guten Sonnenschutz mit, Schatten gibt es dort kaum!

Vogelbeobachtung in den Salinen, Hyeres

Vogelbeobachtung in den Salinen, Hyeres


Whale Watching


In der Nähe von Hyeres bzw. generell im Departement Var gibt es viele Angebote für verantwortungsvolle Walbeobachtung. Wir hatten geplant, an einer Walbeobachtungstour teilzunehmen – leider hatten wir auch hier kein Glück. Das Boot unseres gebuchten Anbieters war defekt, die anderen Anbieter entweder krank oder ausgebucht. Trotzdem eine tolle Aktivität, die ich euch sehr ans Herz legen kann wenn ihr mal in der Region seid. Wir haben den Whale Watching Trip zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt – ich werde euch noch davon berichten!


Finnwal im Pelagos Schutzgebiet
Finnwal im Pelagos Schutzgebiet


Wanderung Halbinsel Giens


Vom kleinen Hafen bei Madrague aus kann man in einer vier- bis fünfstündigen Wanderung über die Halbinsel Giens bis um Crique de l’Indien und zurück wandern. An der Küste entlang gibt es einen tollen Ausblick aufs Meer und die Insel Porquerolles. Wer möchte kann noch weiter bis zum Port Du Niel gehen, der Wanderweg zwischen diesen beiden Punkten ist allerdings recht beschwerlich. Man legt viele Höhenmeter rauf und runter hinter sich. Wanderschuhe sind auf der gesamten Wanderung notwendig, bitte nehmt auch genug Wasser mit, da es im Sommer sehr heiß werden kann.


Giens Badebucht


Hier geht es zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 unseres Roadtrips!
 


*Reise auf Einladung vom Departement Var
Ähnliche Beiträge

Printfriendly