Samstag, 30. Juli 2016

CITY GUIDE MARSEILLE

Bevor wir nach Marseille gefahren sind, wusste ich nicht so wirklich, was uns dort erwarten wird. Zuvor waren wir bei unserem Roadtrip in ländlicheren Gegenden unterwegs, das war nun die erste südfranzösische Stadt, die wir besuchen wollten. Natürlich hatte ich vorab ein bisschen recherchiert, eine Unterkunft gebucht und auch viel über die Kriminalität in der Stadt gelesen. Es gibt vor allem in den nördlicheren Vierteln eine extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine hohe Zahl an Einwanderern aus dem Maghreb. Dementsprechend haben wir uns auch entschlossen, für unseren kurzen Aufenthalt das Auto in einem bewachten Parkhaus abzustellen und uns eine Unterkunft in der Nähe des Hafens zu suchen.


Marseille mit dem Wahrzeichen - La Bonne Mere
Marseille mit dem Wahrzeichen - Notre-Dame de la Garde


Da wir nur zwei Nächte in der Stadt waren, wollten wir möglichst zentral übernachten um lange Fußwege oder Ubahnfahrten zu vermeiden. Unsere Wahl fiel auf das Viertel Le Panier im 2. Arrondissement. Das ehemalige Schmugglerviertel mit seinen engen Gassen, auf einen Hügel in der Nähe des Hafens gebaut, strahlt ein besonderes Flair aus und von dort sind die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß zu erreichen. 


Marseille: Le Panier


Leider haben wir eine schlechte Erfahrung mit unserem Airbnb Host (BnBCool) gemacht, von dem wir ein kleines Apartement mieten wollten. Trotz Absprache tauchte er nicht auf und war nicht zu erreichen, so dass wir nach einer Stunde Warterei weitergezogen sind und großes Glück hatten, eines der beiden Zimmer im Maison Boa beziehen zu dürfen! Es liegt mitten im Herzen des Viertels Le Panier und ist wunderschön. Wenn ihr nach Marseille kommt, kann ich euch diese Unterkunft sehr ans Herz legen. Wir haben für zwei Nächte im großen Zimmer mit eigenem Bad 180 Euro bezahlt (und das während der Fußball-EM). Das Frühstück gab es auf der wunderbaren Dachterrasse mit Blick über die Stadt!


Marseille, Le Panier Marseille, Le Panier - Maison Boa



Le Panier hat sich zu einem Künstler- und Alternativenviertel entwickelt. Interessant ist auch das alte Krankenhaus (La Vieille Charité), sowohl das Gebäude an sich als auch die Museumsausstellungen darin. Bucht am Besten eine kostenlose Führung bei Marseille Greeters - Einheimische erzählen euch etwas über das Viertel, in dem sie wohnen. Leider hatten wir keine Zeit dazu, es wäre sicherlich wahnsinnig spannend gewesen, Le Panier von jemand gezeigt zu bekommen der dort wohnt. Es werden auch Street-Art-Touren angeboten oder Führungen durch die Banlieus, die Problemviertel der Stadt. 

Im Panier gibt es viele vegetarische und vegane Optionen, Smoothie-Bars und die meisten Leute sprechen Englisch. Es ist nicht schwer, vegetarische oder vegane Burger zu finden, Nudelgerichte oder ein Tapas-Lokal in dem ihr als Veganer*In Oliven-Tapenade und Hummus mit Brot zu einem günstigen Preis bekommt. Toll fand ich auch diesen Laden, der ausschließlich Produkte aus Marseille verkauft - von Kleidung über Keramik und Schmuck... Definitiv einen Besuch wert!



Marseille: Shop im Viertel Le PanierMarseille: Veggie-Burger im Viertel Le Panier



Vom Panier aus kann man einen Spaziergang Richtung Hafen unternehmen. Wir haben uns bei vanille noir noch mit leckerem Eis versorgt - bei diesem artisan glacier bekommt ihr sicher mit die abgefahrensten Sorten Eis in Marseille. Ich hatte Grüne Tomate und Ingwer (beides der absolute Knaller!), der Beste hat sich an rote Paprika mit Piment herangetraut... ;) Auf jeden Fall die 4 Euro für zwei Kugeln wert. Eis ist in Marseille generell eher teuer, da die meisten Eisläden dieses selbst herstellen und es große Kugeln gibt. 


Marseille - Hafen


Von dort gibt es Bootstouren in die Calanques, wir haben es aber bevorzugt dort wandern zu gehen statt mit dem Boot hinzufahren. Darüber folgt noch ein extra Beitrag! Am Hafen befindet sich außerdem die Tourist Information, wo ihr Stadtpläne, Wanderkarten etc. bekommen könnt. Wir haben uns noch das Opernhaus angeschaut, ein beeindruckendes Gebäude!


Marseille Opera

Am Abend haben wir einen Spaziergang zur Cathedrale Le Major gemacht, vor der sich viele Leute zum Boule-Spielen versammeln. Und natürlich sind wir zum berühmten muCEM gegangen (dem Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers). Architektonisch ist es ein sehr interessantes Gebäude, das mit Metallbrücken zum Fort Saint-Jean, der Festung am Hafen, verbunden ist. 

Marseille Cathedrale Le Major
Marseille Cathedrale Le Major

Marseille muCEMMarseille Fort Saint-Jean



Neben dem Museum haben im goldenen Abendlicht Kinder gebadet, Leute saßen mit einem Bier vor der Festung und haben den Sonnenuntergang genoßen. Eine wirklich schöne Stimmung dort...


Marseille Fort Saint-Jean

Wir sind dann den Berg hinauf gelaufen zur Festung, um von dort den Sonnenuntergang am Meer zu genießen. Zufälligerweise war an diesem Abend ein kostenloses Konzert, wahrscheinlich da es der letzte Tag von Ramadan war. Man konnte gegrillte Speisen kaufen und es sich auf den Stufen vor der Bühne gemütlich machen, um der Musik zu lauschen.



Marseille Fort Saint-Jean Konzert

Marseille Fort Saint-Jean


Familien, Jugendliche und Paare haben sich dort versammelt. Ein wirklich schönes Fest! Marseille hat uns letztendlich positiv überrascht. Wir hatten Sorge wegen der hohen Kriminalität, jedoch waren wir nur in den südlichen Vierteln da wir wenig Zeit hatten und somit haben wir davon überhaupt nichts mitbekommen. Ich möchte definitiv nochmal dort hin reisen, um mir auch das Wahrzeichen der Stadt, die Kirche Notre-Dame de la Garde anzusehen. Sie wird von den Einheimischen auch La Bonne Mère genannt. Von überall in der Stadt kann man sie auf ihrem rund 150 m hohen Kalkfesen thronen sehen. 

Auch die arabischen Viertel sollen spannend sein, dort gibt es tolle Essen und Märkte. Leider hat dafür die Zeit bei unserem kurzen Aufenthalt nicht gereicht, also müssen wir wohl ein weiteres Mal nach Marseille reisen :)


Marseille Fort Saint-Jean


Wer noch weiterlesen möchte - zwei interessante Artikel über Marseille:
In den Ghettos von Marseille



Hier geht es zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3 unseres Roadtrips!
 

Donnerstag, 28. Juli 2016

HIMBEER SMOOTHIE BOWL

Wenn es morgens schon so warm ist, dass man weder Brot noch warmen Dinkelbrei oder Porridge essen mag, gibt es hier momentan oft Smoothie Bowls. Normalerweise ganz klassisch die Variante als Nana-Eis oder eine Acai Bowl, wie man sie aus den fancy Hipsterlokalen kennt. Da ich aber ein totaler Himbeer-Fan bin gibt es auch ab und zu diese Variante mit gefrorenen Himbeeren. Wer keine gefrorenen Bananen daheim hat, kann auch nur Himbeeren nehmen und dafür etwas mehr Bananenpulver hinzugeben.


Himbeer Smoothie Bowl
Himbeer Smoothie Bowl


Das Rote-Banane-Pulver finde ich ganz lecker, weil die gefrorenen Bananen nicht so einen intensiven Bananengeschmack haben wie zimmerwarme. Außerdem enthält rote Banane viel Beta-Carotin, das ist gut für die Sehkraft - Vitamin B6, E und Magnesium enthält es auch noch. Wenn ich nach dem Wandern Muskelkater habe, helfen Bananen meist ganz gut dagegen mit ihrem hohen Magnesiumgehalt. Das Pulver kann man auch einfach mit Reisdrink mixen und hat einen Bananenshake!


Zutaten für 2 Personen:
1 - 2 Bananen, in Scheiben geschnitten und eingefroren
1 Handvoll gefrorene Himbeeren
2 EL Kakaonibs*
2 EL Chia-Samen
2 EL Kokoschips
2 EL gefriergetrocknete oder frische Erdbeeren
2 EL Mandeln

Gefrorene Bananen und Himbeeren leicht antauen lassen und mit dem Bananenpulver im Standmixer pürieren. Sollte der Mixer die gefrorenen Früchte nicht gut pürieren können, etwas Wasser oder Mandeldrink/Reisdrink dazugeben. Die feste Smoothiemasse in eine Schüssel geben und mit Kakaonibs, Chia-Samen, Kokoschips, Mandeln und Erdbeeren garnieren. 


*Amazon Affiliate: wenn ihr über diesen Link etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision - für euch bleibt der Preis gleich!

Dienstag, 26. Juli 2016

STREET ART & VEGGIE FOOD IN DER PROVENCE

Unser Roadtrip durch Südfrankreich führte uns von den Lavendelfeldern bei Sault und den Bergen in Brantes weiter nach Pernes-Les-Fontaines. Der Ort mit etwa 10.000 Einwohnern liegt im Departement Vaucluse. In der Altstadt gibt es einen Turm, den man zu Fuß (und ohne Eintritt zu bezahlen) erklimmen kann - von dort hat man einen hübschen Ausblick über die Stadt bis zu den Bergen:

Pernes-les-fontaines


Die Altstadt ist charmant mit ihren kleinen Gässchen und alten Häusern, dort lohnt sich durchaus ein Spaziergang.


Pernes-les-fontaines Altstadt

Pernes-les-fontaines AltstadtPernes-les-fontaines Schule


Wie der Name schon verrät gibt es aber in Pernes-les-fontaines vor allem eins: Brunnen! Auf dem Brunnen-Weg* kann man über 40 Stück in der kleinen Stadt entdecken. Wir waren an einem Sonntag Nachmittag in der Stadt und es war leider völlig ausgestorben. Keine Menschenseele haben wir in den kleinen Gassen getroffen, nur einen Brunnen nach dem anderen...


Pernes-les-fontaines BrunnenPernes-les-fontaines Street Art Brunnen


Mein Favorit war allerdings der einzige, der nicht auf der Karte verzeichnet war. Direkt beim Stadttor, einer der Hauptsehenswürdigkeiten, war er an eine unscheinbare Wand gemalt. Fast wollten wir schon gelangweilt daran vorbeilaufen - "Schon wieder ein Brunnen!" - bis uns auffiel, dass er zwar täuschend echt aussah, aber nur gemalt war!


Pernes-les-fontaines Stadttor
Pernes-les-fontaines Stadttor


Immer wieder ist uns dann bei genauerem Hinschauen Street Art in der Altstadt aufgefallen - wie bei einer Schnitzeljagd haben wir danach gesucht. Haltet also unbedingt die Augen offen, wenn ihr zufällig mal dort seid. 


Pernes-les-fontaines Street Art
Street Art in Pernes-les-Fontaines


Wir sind nach diesem kurzen Abstecher weitergefahren nach L'Isle-sur-la-Sorgue. Auch hier passt der Name sehr gut, denn zeitweise war der Ort von Sumpfgebiet umgeben und lag praktisch auf einer Insel. Auch heute ist er noch umgeben von Kanälen und Flüssen... 


L'Isle-sur-la-Sorgue


Wir sind abseits der Altstadt zu einem kleinen Restaurant in einem Wohngebiet gefahren, das sich charmanterweise La Guinguette* nennt. Mit diesem Ausdruck werden Tanzlokale am Wasser bezeichnet - ursprünglich wurde der Name für Tavernen in den Vororten der großen französischen Städte verwendet.


La Guingette
La Guingette


Auf einen Tipp hin haben wir uns dort zum Abendessen verabredet, denn das Restaurant arbeitet interessanterweise nach Slow Food Prinzipien. Die Produkte stammen aus der Region von lokalen Produzenten und es wird eingekauft, was gerade Saison hat. Natürlich stehen auch einige Veggie-Gerichte auf der Karte. In unserem Fall gab es als Gruß aus der Küche schon mal salziges Popcorn mit Anis, direkt frisch aus der Popcornmaschine. Als Vorspeise folgte dann eine kalte Zucchinisuppe.


La Guingette SuppeLa Guingette Tarte


Wahlweise gab es dann eine Tarte mit Zucchini oder Tomaten als vegetarischen Hauptgang. Auch (Veggie)-Burger stehen auf der Karte. Auf meine Lebensmittelallergien wurde sehr zuvorkommend Rücksicht genommen und Rücksprache mit dem Koch gehalten!


Das Lokal hat eine zauberhafte Atmosphäre, es liegt direkt am Wasser und hat eine offene Bauweise mit verschiedenen Sitzbereichen. Wir haben uns dort sofort wohl gefühlt.


La Guingette Tarte


Touristen sucht man vergebens, das Lokal wird eigentlich nur von Einheimischen aufgesucht. Ein bisschen Englisch spricht das nette Team von La Guinguette trotzdem.

Übernachtet haben wir anschließend im Hotel L'Hermitage. Es ist ein freistehendes Gebäude außerhalb von Pernes-les-Fontaines mit einem zauberhaften Garten und Swimming Pool. Dort durften wir dann auch morgens unser leckeres Frühstück genießen, mit Blick ins Grüne. Bei Croissants mit Marmelade und frischem Kaffee kann man den Garten im Morgenlicht perfekt genießen!


Nougaterie Silvain
Nougaterie Silvain


Anschließend ging es weiter nach Saint Didier, wo wir der Nougaterie Silvain einen Besuch abstatten durften. Dort wird seit vielen Jahren türkischer Honig hergestellt. In Frankreich nennnt man ihn Nougat, nicht wundern... ;)

Der Familienbetrieb baut selbst Mandeln an und produziert Lavendelhonig - alles mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit! Und das bereits seit drei Generationen. Den beiden Gründern der Firma war Rücksicht auf die Umwelt immer schon sehr wichtig. 

Der türkische Honig wird dort mittlerweile in großen Mengen hergestellt. Früher produzierten die Großmütter diesen immer nur zwischen den Erntezeiten, wenn nichts anderes zu tun war - jetzt ist er der Hauptfokus des Betriebes! Allerdings wird alles noch mit traditionellen Methoden hergestellt. 


Nougaterie Silvain


In Kupferkesseln wird die Mischung angerührt, dann mit großen Holzlöffeln auf ein Blech verteilt, mit Puderzucker bestäubt und glattgerollt. Je nach Sorte kommen zum Beispiel rote Früchte dazu, Spekulatius oder ganz klassisch Mandeln. 

Mein Favorit war der weiche schwarze Nougat (tendre), den ich so noch nirgendwo gesehen habe. Er schmeckt sehr intensiv nach Honig. Aber auch die knusprige Variante mit gemahlenen Mandeln ist ungewöhnlich und sehr lecker. Ich kann ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass es dort den besten Nougat gibt, den ich je probiert habe.


Nougaterie SilvainNougaterie Silvain



Das fertige Produkt wird dann entweder in Barren abgepackt oder in Würfel geschnitten und mit Hilfe dieser altmodischen Maschine aus dem Jahr 1902 verpackt. Eigentlich ist es eher Handarbeit, denn jeder Würfel wird einzeln eingelegt! Die Maschine ist zwar uralt, aber lässt sich gut reparieren und tut immer noch ihren Dienst.

Im Shop kann man sich dann verschiedene Nougatwürfel zu einer Mischung zusammenstellen, aber auch Mandeln und Honig kaufen. Es war sehr spannend mal hinter die Kulissen der Nougat-Produktion zu schauen - wir haben uns dann natürlich auch im Shop ordentlich mit Mitbringseln für Familie und Freunde eingedeckt.


Nougaterie Silvain Shop

 
Kulinarisch hat die Provence definitiv einiges zu bieten, auch für Vegetarier! Türkischer Honig, leckere Tartes und tolle Lavendel-Produkte. Ein Besuch der Region lohnt sich auf jeden Fall.

Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 unseres Roadtrips!


*Reise auf Einladung vom Departement Vaucluse

Sonntag, 24. Juli 2016

CONCHIGLIONI MIT MOZZARELLA, AVOCADO & PIMENT D'ESPELETTE

Aus der Kategorie "ich hab nichts mehr daheim!" - Unsinn, man hat meist immer noch etwas zu Hause aus dem man schnell ein feines Gericht zusammenstellen kann. Man muss nur kreativ sein! Ein Rest Rucola, eine Packung Mozzarella und die Avocado die ganz unspektakulär als Brotaufstrich geplant war sind bei mir diese Woche in Kombination mit großen Muschelnudeln auf dem Teller gelandet. Die Nudeln hatte ich schon vor Ewigkeiten gekauft, das ist nun ihr großer Auftritt!


Conchiglioni mit Mozzarella, Avocado, Rucola und Piment d'Espelette
Conchiglioni mit Mozzarella, Avocado, Rucola und Piment d'Espelette

Conchiglioni mit Mozzarella, Avocado, Rucola und Piment d'Espelette

 

Der wunderschöne Teller in Tropfenform ist übrigens von einer meiner Lieblings-Porzellan-Marken: Kahla! Das schwarze Geschirr mit Goldelementen ist aus der Serie Black Ray. Das besondere an vielen Porzellanteilen von Kahla wie auch dem Teller im Bild ist das Magic Grip*. Wenn ihr zwei Teller aufeinander stellt, klappert es nicht und sie verrutschen oder verkratzen auch nicht. Das liegt an der kleinen Silikonapplikation, die unten angebracht ist! Wie genial ist das denn bitte? Man sieht das Silikon nicht und es ist spülmaschinenfest

Ich teste gerade ein paar Einzelstücke von Kahla und von Magic Grip bin ich wirklich fasziniert. Aber auch das Design der verschiedenen Kollektionen finde ich wunderschön. Besonders angetan hat es mir eben die Serie Black Ray, die schmalen Goldstreifen auf Schwarz werdet ihr in Zukunft vielleicht noch öfter auf Fotos sehen ;)



Zutaten für 2 Personen:
100 g Conchiglioni (Muschelnudeln)
1 Avocado
1 Kugel Mozzarella
1 Handvoll frischer Rucola
1 - 2 Zehen Knoblauch
1 Zitrone
Olivenöl
Salz
1/2 TL Piment d'Espelette


Die Conchiglioni nach Packungsanweisung in kochendem Salzwasser garen. Bei mir hatten sie eine Kochzeit von 18 Minuten. In der Zwischenzeit Olivenöl, Zitronensaft, Meersalz und Piment d'Espelette verrühren. Knoblauch schälen und fein hacken. Mozzarella und Avocado in Würfel schneiden, Rucola waschen und trocken tupfen. Wenn die Nudeln gar sind, abgießen und in eine große Schüssel geben. Im Topf Olivenöl erhitzen und den Knoblauch darin kurz anbraten. Das Öl zu den Nudeln geben und gut vermengen. Etwas abkühlen lassen, dann Mozzarella, Avocado und Rucola hinzugeben. Mit Salz abschmecken und servieren.

Conchiglioni mit Mozzarella, Avocado, Rucola und Piment d'Espelette


*Geschirr wurde mir von Kahla Porzellan zur Verfügung gestellt

Freitag, 22. Juli 2016

BRANTES: KRÄUTERWANDERUNG & BLUMEN-KOCHKURS

Unser Roadtrip führte uns von Sault weiter nach Brantes, einem kleinen Dorf hoch oben in den Bergen - einer dieser magischen Orte, in die man hineinfährt und glaubt, man ist in einem Märchen gelandet! Schon während wir uns mit dem Auto die Serpentinen hinauf geschlängelt haben konnten wir kaum den Blick vom kleinen Bergdorf abwenden, das sich an die Felsen schmiegt. 


Brantes im Departement Vaucluse
Brantes im Departement Vaucluse


Durch ein altes steinernes Tor betritt man den alten Ortskern von Brantes mit seinen historischen kleinen Häuschen. Wie ein Wächter saß dieser kleine weiße Hund links vom Tor im Schatten - ohne mit der Wimper zu zucken lässt uns der Kleine passieren. 


Hund in Brantes


Eine Gasse führt uns nach ein paar Hundert Metern zu unserem Ziel: Les Aventurières du Goût*! Hier sollten wir Odile, Jacqueline und Pauline treffen, um eine Kräuterwanderung durch den Ort und anschließend einen Kochkurs mit essbaren Blumen zu machen. Klingt vielversprechend, oder? 


Les Aventurieres du gout, Brantes


Im Haus treffen wir die drei sympathischen Frauen, lachend und Kaffee kochend. Ein herzlicher Empfang und wir bestaunen das gemütliche Haus, in dem es jede Menge zu entdecken gibt. Man fühlt sich sofort wohl in der Küche mit Blick auf die Berge!


Les Aventurieres du gout - Bergblick


Dann geht es auch schon los, wir dürfen mit Kräuterhexe Jacqueline durch den Ort ziehen, auf der Suche nach Wildkräutern für unseren Kochkurs! Pauline übersetzt für uns auf Englisch, unsere Französisch-Schulkenntnisse reichen nicht fürs Botanische...


Les Aventurieres du gout - KräuterwanderungLes Aventurieres du gout - Kräuterwanderung


In dem kleinen Ort wachsen an jeder Ecke andere Kräuter. Von Ananas-Salbei über wilden Fenchel und Brennnesseln, natürlich auch Rosmarin und Basilikum, bis zu essbaren Blüten, die wir als Dekoration für die Speisen sammeln:


Essbare Blüten sammeln


Dann geht es zurück in Odiles Küche - rund um den Tresen sind die Zutaten für die einzelnen Gerichte als Stationen vorbereitet. Jedes Rezept wird zuerst erklärt und gezeigt, was zu tun ist. Zu viert schaffen wir es in kürzester Zeit, sooo viele verschiedene spannende Gerichte zuzubereiten! Das Ergebnis ist atemberaubend...

Zum Einstieg gibt es Radieschen, Zucchini, Rote Bete und Kohlrabi, die erst in Wasser und dann in gerösteten Sesam gedippt werden. Klingt total einfach, ist es auch - aber der Geschmack! Der geröstete Sesam passt so gut zu rohem Gemüse, man kann es kaum glauben... Odil erzählt, dass es auch ein super Trick ist, um Kinder für Gemüse zu begeistern.


Gemüsesticks mit geröstetem SesamReissalat mit Erbsen, Radieschen und Walnüssen


Außerdem gibt es einen Reissalat mit frischen Erbsen, Radieschen, fein gehackten und in Öl gebratenen Brennnesseln, Frühlingszwiebeln und Walnüssen. Eine tolle Kombination, die ich so auch noch nie gegessen habe. Außerdem haben wir Bruschetta gemacht - dafür wurden die Tomaten in Stücke geschnitten, in ein Sieb über einer Schüssel gelegt und mit ordentlich Salz bestreut. 

Der Saft wird weggeschüttet - die "entsafteten" Tomaten sind so besser verdaulich und nicht so wässrig! Sie werden später mit gehacktem Knoblauch, schwarzen Oliven, frischem Basilikum (grünes und Thai-Basilikum) und vieeeel Olivenöl vermischt. Diese Mischung kommt dann auf getoastetes Brot. Den Toaster, der nur eine Seite des Brotes toastet, fand ich übrigens auch herrlich ;)


Odils Toaster


Weiter geht es mit einer Oliven-Tapenade. Dafür werden kleine schwarze Oliven entsteint, die typisch für die Region sind. Einfach mit dem Messer seitlich draufdrücken, sie also praktisch zerquetschen - dann lässt sich der Kern leichter entfernen. Außerdem kommen getrocknete Tomaten dazu, die vorher in Wasser eingeweicht wurden. So lassen sie sich besser pürieren! Etwas Knoblauch, gehackte Mandeln, Olivenöl und ein Spritzer Zitronensaft - ab in den Mixer und fertig ist die Tapenade. Da die Oliven sehr würzig und salzig sind, helfen die Tomaten und Mandeln das Ganze etwas milder zu machen.


Tapenade, Käsecreme und CashewcremeOdil von Les Aventurieres du gout


Mein persönliches Lieblingsgericht sind die mit Ziegenkäse-Creme gefüllten Aprikosen... Dafür benötigt man zwei kleine runde Ziegenweichkäse - einer reif, der andere noch frisch. Der Reife wird gewürfelt und mit Rosinen, gehackter frischer Minze und gehackten Nüssen (z.B. Mandeln oder Haselnüsse) in eine Schüssel gegeben. Ihr benötigt außerdem einige Paprikafilets (Halbierte rote Paprika werden im Ofen gebacken und dann wird die Haut abgezogen), die Hälfte davon in kleine Stücke schneiden und zur ersten Mischung geben, den Rest mit etwas Minze, dem anderen Ziegenkäse und Nüssen pürieren. Dann die Käse-Nuss-Rosinen-Mischung unterheben. Diese Creme wird nun mit einem Esslöffel in halbierte Aprikosen gefüllt (mit der Löffel-Innenseite lässt es sich wunderbar glatt streichen) und mit essbaren Blüten dekoriert.


Les Aventurieres du gout - fertiges Gericht


Die Oliven-Tapenade wird auf Zucchinischeiben gestrichen und ebenfalls mit Blütenblättern dekoriert. Eine dritte Creme (an die ich mich leider nicht mehr erinnere, ich glaube sie enthielt eingeweichte Cashewnüsse als Basis und verschiedene Sorten Sproßen?) wird auf Kohlrabistücke gestrichen... Dazu gibt es noch einen grünen Salat mit Wildkräutern und außerdem gebratene Polenta, ebenfalls mit Kräutern verfeinert. 

Das Mittagessen dürfen wir dann auf der Terrasse genießen, mit einem wunderbaren Blick über den Ort und die Berge....


Les Aventurieres du gout - fertiges Gericht
Les Aventurieres du gout - Essen auf der Terrasse


Zum Nachtisch gibt es einen Aprikosenkuchen mit Kräutern - am liebsten würden wir die schattige, luftige Terrasse nie wieder verlassen und spielen schon mit dem Gedanken, ein Haus in Brantes zu erwerben ;)

Die Kräuterwanderung mit Kochkurs (inklusive dem reichhaltigen Mittagessen) kostet 45 Euro. Wir waren über vier Stunden dort und pappsatt - der Preis ist mehr als gerechtfertigt!

Im nächsten Teil unseres Roadtrips geht es dann weiter nach Pernes-les-Fontaines. Was wir dort erlebt haben, erfahrt ihr bald hier auf dem Blog!


Brantes, Departement Vaucluse


Hier geht es zu Teil 1 unseres Roadtrips!

* Reise auf Einladung vom Tourismusamt Vaucluse
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