Montag, 24. April 2017

FRANZÖSISCHER ORANGENKUCHEN

Letztens hatte ich einige Orangen übrig und wollte daraus einen Kuchen machen. Also habe ich auf meinen Lieblingsblogs nach einem schönen Rezept gesucht und wurde bei Französisch Kochen fündig. Der Orangenkuchen nach einem Rezept von Aurélie hat mich gleich überzeugt! Ein einfacher Rührteig, raffiniert in Szene gesetzt mit Orangenscheiben. Ich war zuerst unsicher, ob diese nach dem Backen wirklich "durch" sind, aber es hat alles wunderbar geklappt. Die Orangenscheiben lassen sich gut schneiden und kauen, sie sind überhaupt nicht zäh sondern geben dem Kuchen eine herrliche Bitternote, wie bei Orangenmarmelade! Diesen Kuchen gibt es in Zukunft bestimmt noch öfter. 


Französischer Orangenkuchen
Französischer Orangenkuchen


Am Rezept habe ich kaum etwas verändert, Aurélie nimmt Bitterorangen und ich normale Orangen, außerdem nehme ich Hälfte Orangen- und Zitronensaft, sie nur Zitrone. Probiert das Rezept mal aus, ich bin mir sicher, ihr werdet begeistert sein!


Zutaten für eine 26cm Springform:
4 - 5 Bio-Orangen
1 Zitrone
4 Eier
250 g Mehl
220 g Zucker
220 g Butter
1/2 Päckchen Backpulver
4 EL Zucker zum Bestreuen

Butter schmelzen. Eine Orange und die Zitrone auspressen. Eier und Zucker schaumig schlagen, dann die etwas abgekühlte Butter hinzugeben und mit dem Handrührgerät einrühren. Mehl und Backpulver hinzusieben. Orangen- und Zitronensaft dazugeben und zu einem glatten Teig verrühren, dann den Ofen auf 180° C vorheizen. Eine Backform innen mit Backpapier auslegen (nicht am Boden einklemmen sondern so hineinlegen, dass man den Kuchen später an einem Stück herausheben kann). Damit das Backpapier hält, einfach etwas Butter als "Kleber" verwenden und damit an der Form befestigen. Orangen in ca. 0,5 - 0,8 cm dicke Scheiben schneiden. 

Zuerst 2 EL Zucker auf den Boden der Form streuen, dann die Orangenscheiben nebeneinander auf den gezuckerten Boden legen. Wieder mit 2 EL Zucker bestreuen. Den Teig darauf gießen und den Kuchen im Ofen auf mittlerer Schiene 40 Minuten backen (Stäbchenprobe machen ob er durch ist!). Wenn der Kuchen fertig ist, auf ein Metallgitter stürzen und ca. 5 Minuten abkühlen lassen. Dann das Backpapier vom noch warmen Kuchen vorsichtig abziehen. So habt ihr einen Kuchen, der oben wunderschöne Orangenscheiben hat!



Französischer Orangenkuchen

Freitag, 21. April 2017

DIE 10 SCHÖNSTEN AUSSICHTSPUNKTE AUF LA GOMERA

Eigentlich ist La Gomera ein einziger wunderschöner Aussichtspunkt - egal wo man steht, man hat das Gefühl einen besonders einzigartigen und wunderbaren Anblick zu genießen. Ob das Berge, Strände oder der Nationalpark ist, man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Insel ist einfach wunderschön, tagelang könnte man dort einen Aussichtspunkt nach dem anderen besuchen und es wäre nicht langweilig!

1. Nationalpark Garajonay - Roque de Agando & Teide


Wenn ihr mit dem Bus Valle Gran Rey - San Sebastian in den Nationalpark fahrt, steigt einfach am Kreisverkehr aus wo es auch zum Alto de Garajonay und den "Los Roques" geht. Wir sind dem Schild in Richtung "Los Roques" auf einem zauberhaften kleinen Wanderweg gefolgt und hatten an diesem warmen und klaren Tag um 9 Uhr morgens eine absolut traumhafte Aussicht auf den Teide, Teneriffas höchsten Berg:


Blick von La Gomera auf den Teide
Blick von La Gomera auf den Teide


Wenn ihr dem Wanderweg weiter folgt und dann auf den Forstweg abbiegt in Richtung Wanderweg 17, gelangt ihr schließlich an eine Biegung hinter einem riesigen Baum, wo ihr nicht nur den Roque de Agando vor einem tiefen Tal seht, sondern bei gutem Wetter sogar noch den Teide dahinter im Blick habt. Ein Postkartenmotiv!


Roque Agando & Teide
Roque Agando & Teide


Ich fand diesen Blick viel schöner als den Aussichtspunkt auf den Roque de Agando von der Straße. Dieser ist zwar näher am Fels, aber total überlaufen und jeder hat das gleiche Motiv (werft mal einen Blick auf Instagram). Dieser Fotospot ist dagegen ein absoluter Geheimtipp!


2. Mirador César Manrique


An der Hauptstraße zwischen Valle Gran Rey und Arure befindet sich das ehemalige Restaurant César Manrique. Es wurde schon vor einiger Zeit geschlossen, weil sich der Betrieb leider nicht rentiert hat. Doch man kann dort parken und auf die Aussichtsterrasse gehen - der Blick aufs Valle Gran Rey ist sehr schön!


Mirador Cesar Manrique


César Manrique war ein spanischer Maler und Umweltschützer, der dieses Restaurant bzw. die Anlage entworfen hat. Es gibt auch eine Art Windspiel, das für seinen Stil charakteristisch ist und einen harten Kontrast zur typischen gomerischen Landschaft schafft! 


Mirador Cesar Manrique
Mirador César Manrique


3. Playa del Ingles


Kein typischer Aussichtspunkt, aber sicherlich einer der schönsten Orte, um den Sonnenuntergang im Valle Gran Rey zu genießen. Feiner, schwarzer Sandstrand zwischen riesigen Felsen, eine raue See mit meterhohen Wellen und Wolken am Horizont. Dieser kleine Strand ist rau aber wunderschön. 


Playa del Ingles


Zum Baden ist der Playa del Ingles nicht geeignet, bitte geht dort nicht schwimmen! Überall sind Felsen im Wasser und die Strömung ist stark. Genießt lieber den Blick aufs Meer, zwischen 18.30 und 20 Uhr ist es besonders spannend weil die Sonne untergeht. Der Strand ist einfach zu finden und von Vueltas, La Playa oder La Calera zu Fuß zu erreichen.


Playa del Ingles

Playa del Ingles
Sonnenuntergang am Playa del Ingles


4. Mirador de la Punta (Hermigua)


Im Norden der Insel sieht es völlig anders aus, der Aussichtspunkt Mirador de la Punta in der Gemeinde Hermigua hat mich total begeistert! Tiefblaues Wasser, steile schwarze Felsen und im Hintergrund sieht man Teneriffa. Da Hermigua eines der wasserreichsten Täler auf La Gomera ist, wurde dort schon immer viel Landwirtschaft betrieben. Es werden auch heute noch Bananen, Papaya, Kürbisse, Avocados und anderes Obst und Gemüse angebaut. Vielleicht erkennt ihr vor den Felsen im Wasser einige schwarze Säulen, die dort herausragen - das sind Überbleibsel einer Verschiffungsstelle, weil dort Containerschiffe beladen wurden. 


Mirador de la Punta (Hermigua)
Mirador de la Punta (Hermigua)



5. Roque auf dem Weg nach Hermigua


Wenn ihr Richtung Hermigua fahrt, gibt es einen kleinen Parkplatz an der Straße von wo aus man diesen wunderschönen Blick hat. Der Fels in der Mitte fällt kaum auf, oder? Es handelt sich auch hier um einen "Roque", also einen ehemaligen Vulkanschlot. Weil es so viele kleine Aussichtspunkte gibt, lohnt sich auf Gomera wirklich ein Mietwagen - man ist viel flexibler, zwischendurch anzuhalten und die Aussicht zu genießen.


Roque auf dem Weg nach Hermigua

Roque auf dem Weg nach Hermigua


6. Mirador del Santo


Einer der schönsten Ausblicke auf der Insel! Schon von weitem sieht man das alte Aquädukt, wenn man aus dem Valle Gran Rey herausfährt. Nehmt die Abzweigung an der Hauptstraße und lauft die restlichen Meter zum Aussichtspunkt. Ihr habt einen wunderschönen Blick auf das riesige Tal:


Mirador del Santo, La Gomera


Die Felsen auf der linken Seite sind einfach atemberaubend, stundenlang könnte man den Ausblick genießen. Die Felshänge gehören zum Naturdenkmal Lomo del Carretón barranco de Taguluche. Es sieht aus wie gemalt! Am Aussichtspunkt befindet sich auch eine kleine Kapelle. 


Naturdenkmal Lomo del Carretón barranco de Taguluche
Felshänge am Mirador del Santo


Ursprünglich sollte auch hier ein Restaurant betrieben werden, aber so schön der Ausblick auch ist, hat es sich leider ebenfalls nicht gelohnt. Die Terassen sind aber dennoch schön anzusehen - ich finde es toll, dass die Bauwerke so gut in die Landschaft integriert wurden und diese nicht stören.


Mirador del Santo



7. Fortaleza (Mirador al Monumento al Silbo Gomero)


Beim Monument für die gomerische Pfeifsprache "El Silbo" (mehr dazu hier) habt ihr einen Ausblick auf den Tafelberg Fortaleza. Mittags zieht es dort aber ziemlich zu, versucht besser am frühen Morgen oder Nachmittag dort hinzufahren. Als wir auf dem windigen Aussichtspunkt ankamen, war der Berg völlig in Wolken verhüllt. Wir haben ihn deshalb nur von der anderen Seite fotografieren können - dort gibt es zwar keinen Aussichtspunkt aber wir haben todesmutig an der Straße gehalten. Viel Verkehr ist ja auf Gomera glücklicherweise nicht ;)



Fortaleza, La Gomera

Fortaleza, La Gomera



8. Blick vom Meer auf La Gomera


Es klingt vielleicht komisch, aber auch das Meer ist ein genialer Aussichtspunkt. Fahrt mit dem Boot raus und lasst die Insel mal aus einer ganz anderen Perspektive auf euch wirken! Zum Beispiel den oben genanten Fortaleza, der vom Meer aus noch mächtiger wirkt. Ich bin ja ein Fan davon, sich andere, ungewöhnliche Perspektiven zu suchen statt die ewig gleichen Motive zu reproduzieren - auf Gomera fällt einem das wirklich leicht!


Fortaleza, La Gomera


Aber auch die Insel als Ganzes ist ein tolles Motiv. Ihr könnt mit dem Boot vom Hafen Valle Gran Rey hinaus fahren (am besten im Rahmen einer Whale Watching Tour). Aber selbst von der Fähre, mit der ihr von Teneriffa nach La Gomera fahrt, habt ihr teilweise einen schönen Blick auf die Insel. 


La Gomera



9. Weg nach Vallehermoso


Auch auf dem Weg von Alojera nach Vallehermoso mussten wir anhalten, um den Blick auf die grünen Hänge und einen weiteren Roque abzulichten. Auf Gomera gibt es zahlreiche Stauseen bzw. Wasserreservoirs, einige davon offen (zum Beispiel zur Bewässerung der Felder), andere sind zugedeckt, da sie als Trinkwasserspeicher dienen. Der ein oder andere bietet jedenfalls auch ein schönes Fotomotiv!


Weg nach Vallehermoso



10. El Cercado & Chipude


Das Töpferdorf El Cercado bietet nicht nur traditionelle gomerische Töpfereien sondern auch einen spannenden Ausblick auf das Tal. Wenn ihr euch sattgesehen habt an grünen Hängen und Palmen, geht in die Bar Maria auf einen Cortado leche leche (kleiner Espresso mit Kondensmilch und Milchschaum) oder einen Barraquito (geschichteter Espresso mit Marillenlikör, Kondensmilch, Milchschaum und Zimt). 


El Cercado - Blick aufs Meer

El Cercado - Blick aufs Meer


Der nächstgelegene Ort Chipude ist total verschlafen, es gibt nur ein kleines Cafe neben der Kirche wo man zum Cortado ein paar Kekse oder Kuchen kaufen kann. Das Dorf ist so klein, dass man in 20 Minuten hindurchspaziert ist. Trotzdem ist es hübsch und definitiv einen kleinen Stop wert.


Chipude

Chipude



Das waren die 10 schönsten Aussichtspunkte auf La Gomera - ich hoffe, dieser kleine Einblick in die Schönheit der Insel hat euch gefallen!

Dienstag, 18. April 2017

FAIRER TEE VON DER TEEKAMPAGNE

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Nicht nur bei Kaffee, Bananen und Schokolade ist Fair Trade ein wichtiges Thema. Auch Tee fällt in die Kategorie der Produkte, bei denen ich gern auf die Herkunft achte. Ich liebe Tee und trinke ihn jeden Tag. Im Winter wärmt mich eine heiße Tasse im kalten Büro, im Sommer genieße ich selbst gebrühten Eistee auf dem Balkon. Ich mag Kräutertee, Ingwertee und Chai, aber mein Standard ist schwarzer Tee. 


Schwarzer Tee von Teekampagne


Den Darjeeling von Teekampagne habe ich immer zuhause, denn die Familie des Besten bestellt regelmäßig Großpackungen und wir teilen uns diese auf. Die Großpackungen finde ich gut, weil es im Sinne von Zero Waste weniger Verpackungsmaterial erzeugt (denkt mal an die Beutel-Tees, die häufig einzeln in beschichteten Kuverts eingeschweißt sind oder auch an kleine 100 g Packungen mit losen Teeblättern). Dass bei der Teekampagne in jeder Hinsicht mitgedacht wird, finde ich toll!

Tee hält sich in einer Dose oder auch in einer lichtundurchlässigen Verpackung relativ lang frisch, es ist nicht notwendig ihn jede Woche neu zu kaufen. Natürlich braucht man für ein Kilogramm Tee trotzdem lange, selbst wenn man täglich eine Kanne trinkt - deshalb bieten sich Sammelbestellungen an. So spart man außerdem Porto und Ressourcen.


Darjeeling  von Teekampagne


Es gibt keine Zwischenhändler*Innen beim Teekampagne-Darjeeling, das bedeutet einen viel kürzeren Transportweg und somit die Einsparung von CO2:

"Von der Plantage zur Verarbeitung und zum Hafen in Indien. Von da aus mit dem Schiff nach Rotterdam oder Hamburg, dann vom Packhof direkt zum Endverbraucher. Großhändler, Importeure, Teehandelsfirmen, Einzelhändler fallen weg und damit vor allem das CO2-emissionsreichste Transportmittel: der Güterstraßenverkehr. Das Ausschalten des Zwischenhandels verhindert den intensiven Transport des Tees auf der Straße, die Notwendigkeit von Zwischenlagern und aufwändiges Umverpacken." (Quelle)

Neben der Nachhaltigkeit ist auch Transparenz ein wichtiges Anliegen. Jede Partie wird mehrmals auf Rückstände von Pestiziden kontrolliert und die Ergebnisse stehen auf jeder einzelnen Teekampagne-Packung auf der Rückseite. Der Tee hat Bioqualität, einige Tees haben zudem auch das Bioland-Siegel, das noch strenger ist (zum Beispiel was die Arbeitsbedingungen und Absicherung aller Beschäftigten angeht). Außerdem kann man jede einzelne Packung zurückverfolgen: auf der Website einfach die Chargennummer eingeben und so herausfinden, von wo genau der Tee kommt. 


Darjeeling Tee von Teekampagne


Das ist nur ein kleiner Teil der Arbeit der Teekampagne. Wer sich für Details interessiert, sollte mal auf der Website stöbern - dort findet man viele Hintergrundinformationen und Erklärungen. Auch über den Tee selbst gibt es noch einiges zu lernen, zum Beispiel verwendet Teekampagne nur die höchste Blattqualität FTGFOP1 (Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe). Ich habe in Sri Lanka eine Teefabrik besichtigt und fand es sehr spannend, etwas über den Anbau, die Ernte und Verarbeitung zu lernen. Seither betrachte ich hochqualitativen Tee auch mit ganz anderen Augen!


Die Zubereitung des Tees ist übrigens eine Wissenschaft für sich. Die Teekamagne hat hier einige Tipps auf Lager:
  • Frisches Leitungswasser verwenden, nicht bereits aufgekochtes im Wasserkocher stehen lassen und dann nochmal erhitzen.
  • "Hartes" Wasser vorher filtern.
  • Schwarzen Tee lose in die Kanne geben und mit sprudelnd kochendem Wasser übergießen, dann 3 - 4 Minuten ziehen lassen (wenn er länger zieht wird er bitter).
  • Grünen Tee mit 70 - 80° heißem Wasser übergießen, dann zwei Minuten ziehen lassen. Die Blätter des grünen Tees kann man auch für mehrere Aufgüsse verwenden!
  
Ich mache mir jetzt eine große Kanne Tee und bin gespannt, wie ihr zum Thema Fairer Tee steht :)

 
Tea Time


Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Teekampagne.

Samstag, 15. April 2017

SPEKULATIUS-BANANENBROT

In Holland gibt es Spekulatius nicht nur zu Weihnachten - das Spekuloos Gewürz ist das ganze Jahr über in leckeren Keksen zu finden. Oder kennt ihr vielleicht diesen Spekulatius-Aufstrich, der eine Konsistenz wie Erdnussbutter hat und einfach genial auf frischem Brot schmeckt? Ich hatte von beiden Zutaten noch etwas daheim, als ich das letzte Mal Bananenbrot backen wollte (oder eher: musste, weil sich drei Bananen mit schwarzen Flecken angesammelt hatten, die ich pur absolut ungenießbar finde). Die Kombination Bananenbrot mit Spekulatiusgewürz und etwas Spekulatiuscreme obendrauf ist ein absoluter Knaller und hat definitiv Suchtpotential! Davon kann man zum Frühstück gut zwei dicke Scheiben verdrücken.


Spekulatius-Bananenbrot


Zutaten für 1 Kastenform:
3 reife Bananen
300 g Mehl
150 g weiche Butter oder Alsan
150 g Zucker
2 Eier oder für die vegane Variante: 3 EL Apfelmus + 1 TL in Wasser aufgelöste Maisstärke
1/2 Packung Backpulver
50 g Schokoladenstücke (backfest)
1 EL Spekuloos-Gewürz
1 Prise Salz
3 EL Spekulatiuscreme

Eier oder Eiersatz mit Zucker schaumig schlagen, Butter hineinrühren. Bananen mit einer Gabel zerdrücken und einrühren. Spekuloos-Gewürz, Salz, Backpulver und Mehl hinzusieben und mit dem Handrührgerät zu einem Teig verarbeiten. Schokostücke unterheben. Den Ofen auf 175° C vorheizen und eine Kastenform einfetten. Den Teig hineingießen und glatt streichen. Zuletzt oben die Spekulationscreme auf den Teig geben und an der Oberfläche mit einem Messer Kreise ziehen, bis sie leicht verteilt hat. Im Ofen etwa eine Stunde backen - wenn der Kuchen oben zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken. Die Stäbchenprobe verrät euch, ob er fertig ist! Vor dem Herauslösen auf einem Gitter auskühlen lassen.

Mittwoch, 12. April 2017

GEBACKENE AVOCADO & MOGRABIEH

Auf La Gomera habe ich eine mit Feta gefüllte, im Ofen gebackene Avocado gegessen und fand sie richtig lecker! Das musste ich daheim natürlich auch gleich ausprobieren. Nur Avocado wäre mir aber zu einseitig, da musste ein Salat als Beilage her. Das Rezept dafür habe ich bei Salma Hage in ihrem Kochbuch ORIENT - Köstlich vegetarisch* gefunden. Daraus habe ich schon einige Rezepte nachgekocht und bin begeistert. Ich habe ja schon das umfassende Werk "Die libanesische Küche" von ihr und es ist eines meiner absoluten Lieblings-Kochbücher, da musste natürlich das neue (vegetarische) Kochbuch auch bei mir einziehen. Der Mograbieh (ein Perlgraupensalat mit Kichererbsen und Koriander) ist herrlich, den werde ich sicher noch öfter kochen.


Gebackene Avocado und Perlgraupen-Salat (Mograbieh)
Gebackene Avocado und Perlgraupen-Salat (Mograbieh)

 
Zutaten für 2 Personen:
1 Tasse Perlgraupen oder Riesencouscous
1/2 Dose Kichererbsen
1 Bio-Zitrone
2 Schalotten
30 g Pinienkerne
1 Bund frischer Koriander
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Gewürzmischung:
ca. 10 Körner Piment
ca. 10 Pfefferkörner (schwarz) 
1/2 TL Bockshornkleesamen 
1/2 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Ingwerpulver
1/2 TL Muskat, gemahlen
1 Messerspitze gemahlene Nelken

Perlgraupen in Salzwasser 30 Minuten kochen, bis sie weich sind. In der Zwischenzeit Piment, Pfeffer, Bockshornkleesamen und Kreuzkümmel im Mörser mahlen, dann mit den restlichen Gewürzen vermengen. Kichererbsen in ein Sieb geben und gut abspülen, bis das Wasser nicht mehr schäumt. Koriander waschen, von den Stielen zupfen und grob hacken. Etwas vom Koriander beiseite stellen, den Rest mit Olivenöl, Zitronensaft, abgeriebener Zitronenschale und Salz im Mixer zu einer Sauce pürieren. 

Schalotten schälen und fein hacken. Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten, beiseite stellen. In der Pfanne nun Olivenöl erhitzen, darin die Schalottenwürfel anbraten. Gewürzmischung hinzugeben und mitrösten, dann die Kichererbsen. Perlgraupen in ein Sieb abgießen, abtropfen lassen und dann in die Pfanne geben. Mit der Koriandersauce und den Pinienkernen vermengen, in Schüsseln füllen und mit dem restlichen Koriander bestreuen.



Mograbieh (Perlgraupensalat)


Gebackene Avocado:
1 Avocado (1/2 Avocado pro Person)
50 g Feta oder Seidentofu + Salz
1 Knoblauchzehe
Pfeffer
Olivenöl

Ofen auf 180° C vorheizen. Knoblauch schälen und fein hacken. Mit Feta/Seidentofu, Pfeffer und einem Schuss Olivenöl mit einer Gabel zerdrücken. Avocado halbieren und den Kern entfernen. Die Füllung in die Avocadohälften geben und im Ofen ca. 20 Minuten backen. Heiß servieren.


Gebackene Avocado mit Feta



*Amazon Affiliate: wenn ihr über diesen Link etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision - für euch bleibt der Preis gleich!

Sonntag, 9. April 2017

AEG PLUS STEAM OFEN & INDUKTIONSFELD

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Vor ein paar Monaten durfte in meine Küche ein neuer Herd einziehen. Bis dato habe ich auf einem Uralt-WG-Herd gekocht, der vor acht Jahren gebraucht auf Ebay gekauft wurde und seither, naja sagen wir mal, nicht immer ganz so pfleglich behandelt wurde. Doch nach und nach wird unsere Küche renoviert und alte Teile ersetzt - eine vernünftige Arbeitsplatte, einen großen A+++ Kühlschrank und einen Shabby Style Esstisch haben der Beste und ich im letzten Jahr für die Küche gekauft. Und jetzt kommt das Sahnehäubchen für mich als Foodbloggerin: endlich haben wir einen neuen Herd!

Ich habe den Plus Steam Ofen mit Induktionsfeld von AEG* zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen und ihn seither intensiv genutzt. Meinen ausführlichen Testbericht mit Fazit findet ihr hier: 


AEG Plus Steam Backofen


Der AEG Plus Steam Ofen


Weil er in meine Küchenzeile integriert werden musste, handelt es sich um einen Einbau-Backofen. Das genaue Modell lautet BP301352WM und ist ein Plus Steam Ofen. Sagt euch das was? Ich musste auch erstmal googlen, was genau es damit auf sich hat - mit dieser Funktion wird Dampf im Backofen erzeugt, so dass Brot besonders knusprig wird! Baguette bekommt zum Beispiel eine wunderbare Kruste. Ihr bekommt bald mal ein leckeres Brotrezept, wo ich auf diese Funktion genauer eingehen werde.

Das Modell hat außerdem eine Pyrolyse Funktion - Zitat AEG: "Das Pyroluxe®Plus Selbstreinigungssystem lässt die Rückstände im Backofeninnenraum bei Hitze zu Asche zerfallen. Ein einfaches Auswischen mit einem feuchten Tuch genügt."

Wow. Meine Mutter hat ganz neidisch geschaut, als ich ihr begeistert von dieser Funktion erzählt habe! Hat ihr neuer Herd nämlich nicht ;) Dreck, der einfach zu Staub zerfällt. You got me! Stundenlang Backöfen schrubben ist nämlich nicht so mein Ding, wie man am alten Ofen unschwer erkennen konnte. Die Funktion habe ich auch direkt mal getestet, als mir im Ofen aus einer undichten Kuchenform etwas ausgelaufen ist. Nach Pyrolise und Erkalten ließ sich alles gut entfernen!

Das Display zeigt übrigens nicht nur die Temperatur an und ob der Ofen ausreichend vorgeheizt ist, sondern ebenfalls die Backzeit. Man kann zum Beispiel einstellen, wann der Backofen sich ein- oder ausschalten soll. Es werden am Display verschiedene Temperaturen für bestimmte Speisen vorgeschlagen. Diese Empfehlungen stehen auch auf der Innenseite der Backofentür. Apropos Backofentür - diese bleibt dank "IsoFront" Funktion von außen erstaunlich kühl. Unsere Küche ist klein und eng, da kommt man schon mal unbeabsichtigt an die Ofentür - nach zwei Stunden Plätzchenbacken war die Tür meines alten Ofens nicht mehr wirklich kühl.. Die längste Backzeit die ich bisher hatte waren 1,5 Stunden und ich fand die Tür des neuen AEG Ofens nicht heiß. Die Funktion erfüllt also ihren Zweck!

Das Gerät ist energieeffizient (wer gern mal Obst selbst trocknet, stundenlang Plätzchen backt oder dergleichen wird verstehen, warum mir ein A+ Ofen durchaus wichtig ist) und hat ein intelligentes Heißluftsystem, das die Luft im Ofen gut zirkulieren lässt. So wird alles gleichmäßig braun und nicht die letzte Reihe Plätzchen schwarz, während die vorderen noch weich sind...  Das Backblech (MaxiTray) ist außerdem besonders breit - laut AEG 20% größer als andere. Das finde ich schon ziemlich praktisch! Vor allem erstaunte mich das, weil der Herd außen genauso breit ist wie mein alter. Jetzt passen locker vier Frühstückspizzen auf einmal in den Ofen!

Der Backofen kann an eine ganz normale Steckdose angeschlossen werden, er benötigt keinen Starkstromanschluss. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1.429 Euro, bei Amazon gibt es ihn derzeit um 654 Euro inklusive kostenloser Lieferung. Durchaus ein akzeptabler Preis für einen guten Ofen!

Das Induktions-Kochfeld


Das Induktionsfeld ist autark, das heißt es wird nicht über die Knöpfe am Backofen bedient sondern über ein Touch-Feld rechts unten auf der Platte. Das Modell ist HK634250XB, ein Glaskeramik-Feld mit 60 cm (Standard-)Breite, vier Induktionsfeldern und Stop & Go Funktion - AEG schreibt: "Für kurze Unterbrechungen im Kochvorgang. Mit einem Tastendruck kann auf Warmhalten gestellt werden. Mit einem weiteren Tastendruck ist die ursprünglich gewählte Stufe wieder eingestellt." Habe ich ausprobiert, als es mal an der Tür geklingelt hat und ich gerade etwas angebraten habe - sehr praktisch!

Früher hatte ich ein ganz altmodisches Herdplatten-Modell, das gern mal 10 Minuten gebraucht hat um einen Topf Wasser zu erhitzen. Mit Induktion kocht man ungefähr so schnell wie mit Gas - es reagiert sofort! Ein Liter Wasser ist im Topf auf dem Induktionsfeld schneller erhitzt als im Wasserkocher. Es gibt nämlich die Power-Funktion, mit der man zum Beispiel Wasser zum Kochen bringen kann. Die Funktion nutze ich gern und oft.


AEG Induktionskochfeld


Toll finde ich auch, dass beim Induktionsfeld nur der Topf selbst erhitzt wird, wenn ihr also einen zu kleinen Topf auf die Fläche stellt, ist das total egal. Es wird nur der Topfboden selbst erhitzt, der Bereich um den Topf herum bleibt kühl. So brennt auch nichts um den Topf herum an. Nach dem Kochen kühlt das Feld außerdem extrem schnell herunter. Es zeigt zwar an, dass es noch Restwärme gibt aber schon nach ein paar Minuten ist auch die weg. 

Die Touch-Bedienung funktioniert bei mir gut. Es ist eine ziemliche Umstellung von alten Drehschaltern auf Touch - man muss den hoch/runter Pfeil gedrückt halten bis man bei der gewünschten Stärke angelangt ist. Das dauert gefühlt länger, als einen Schalter zu drehen - allerdings reagiert das Kochfeld ja so schnell, dass es nun wirklich egal ist ob man fünf Sekunden mehr braucht um eine Temperatur einzustellen ;)  


Gebratene Pfifferlinge


Bei der Ankochautomatik-Funktion geht das Kochfeld erst auf Vollgas und regelt dann nach einer bestimmten Zeit selbst herunter. Praktisch zum Beispiel fürs Reis-Kochen oder Wasser für selbstgemachte Nudeln aufsetzen. Bei beidem möchte ich ja kein sprudelnd kochendes Wasser haben.

Natürlich hat das Kochfeld auch noch ein Dutzend weitere Funktionen wie Timer und Kindersicherung. Es erkennt sofort, ob der Topf oder die Pfanne für Induktion geeignet ist - als ich am ersten Tag meinen Espressokocher draufgestellt habe, hat er gleich einen Fehler angezeigt. Aluminium funktioniert auf Induktion nämlich nicht ;) Ihr könnt also auch nicht unbeabsichtigt aus Versehen alte Töpfe zerschmelzen. 

Zum Thema alte Töpfe: ihr müsst euch eventuell neue, induktionsfähige Töpfe, Pfannen und auch Kleinigkeiten wie Espressokocher zulegen, wenn eure nicht magnetisch sind. Das kann durchaus nochmal ein Kostenfaktor sein, den man bedenken sollte. Induktionstöpfe sind in der Regel teurer als herkömmliches Kochgeschirr. Außerdem benötigt ihr einen Starkstromanschluss und solltet das Kochfeld deshalb von einem Elektriker anschließen lassen.

Das Induktionskochfeld hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 1004,90 Euro, bei Amazon ist es um 301,98 Euro erhältlich. Das ist kaum mehr als ein neues Cerankochfeld und somit meiner Meinung nach den Umstieg auf Induktion wert. 


Bialetti Induktion
Induktionsgeeigneter Espressokocher - eine Zusatzinvestition wenn man auf Induktion umsteigt!

Der Look


Mit seiner matt-metallischen Farbe passt der Ofen perfekt zum Kühlschrank und zum Rand des Induktionsfeldes. Backofen und Kühlschrank haben eine Antifingerprint-Lackierung, mit der Fingerabdrücke weniger sichtbar sein sollen. Wer irgendetwas matt-metallisches in der Küche besitzt, weiß, dass das Unsinn ist. Man sieht die Fingerabdrücke trotzdem ziemlich. Für mich ist das kein Weltuntergang, ich finde das matte Metall einfach schicker als Plastik-Weiß oder -Schwarz, auch wenn ab und zu mal Fingerabdrücke zu sehen sind. Bevor Mama mit ihren Adleraugen vorbeikommt wird da halt nochmal drübergewischt.


AEG Plus Steam Backofen


Der Ofen macht von außen einen sehr edlen und hochwertigen Eindruck. An manchen Stellen zieht er wie magisch Staub an (beispielsweise an der Oberseite des breiten Türgriffes und auf der Oberseite der Tür). Das war bei meinem alten Ofen nicht so, stört mich aber auch nicht sonderlich. Er ist sowieso ständig in Benutzung, weshalb der Staub sich da nicht dauerhaft ansammelt. Von innen macht der Ofen einen ebenso hochwertigen Eindruck wie von außen. 
 
In der Mitte habe ich den mitgelieferten Auszug angebracht, so dass man ein Blech herausziehen kann, ohne dass es runterfällt. Das ist eine praktische Funktion, vor allem wenn etwas darauf liegt, das man vielleicht zwischendrin einpinseln möchte ist das super. Sonst musste ich mit einer Hand das (heiße) Blech halten und mit der anderen pinseln..


AEG Plus Steam Backofen


Unten im Ofen ist übrigens die Mulde, in die man Wasser für die Plus Steam Funktion füllen kann. Auch wenn man sie nicht verwendet, stört sie optisch nicht. Das Sichtfenster der Tür nimmt fast die gesamte Breite ein, es sieht sowohl von außen als auch von innen schick aus und lässt sich leicht reinigen, falls mal etwas tropft. Bei meinem alten Ofen war es schwer, zwischen Tür und Rahmen zu reinigen, beim AEG Plus Steam ist es wesentlich einfacher.


Fazit


Nach mehreren Monaten Testzeit bin ich mit meinem Ofen und dem Induktionskochfeld mehr als zufrieden. Es ist eine enorme Verbesserung zu meiner früheren Kochsituation - zwar war es durchaus eine Umstellung, aber ich bin froh, jetzt mit Induktion zu kochen. Beide AEG Produkte wirken auf mich auch nach längerem Gebrauch sehr hochwertig und schick, sie passen gut in meine Küche und haben bisher keinerlei Macken, die mich stören würden. 

Ich habe von Bekannten und Familie gehört, dass bei manchen Induktionskochfeldern die Sensoren nicht gut auf zu kalte, nasse oder fettige Fingerspitzen reagieren, das kann ich beim AEG Feld nicht bestätigen. Bei mir klappt alles prima. Daher gibt es auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung von meiner Seite!



*Kooperation mit AEG: Herd und Induktionsfeld wurden mir zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Bezahlung für diesen Beitrag erfolgte nicht, meine Meinung bleibt von der Kooperation unberührt und ist meine eigene!

Donnerstag, 6. April 2017

UDAWALAWE NATIONALPARK & ELEPHANT TRANSIT HOME

In Sri Lanka kann man nicht nur das größte Tier unseres Planeten (den Blauwal) beobachten, sondern auch das größte Säugetier an Land - den Elefanten! Zwar ist der asiatische Elefant etwas kleiner als sein afrikanischer Artgenosse, trotzdem sind es beeindruckende und majestästische Lebewesen. Wenn man sich jedoch anschaut, wie sie im gesamten Land für den Tourismus missbraucht werden, kann einem richtig übel werden. "Waisenhäuser", für die Elefantenbabys ihren Müttern weggenommen werden damit Touristen sie baden oder Selfies mit ihnen machen können, sind keine Seltenheit. 


Elefant im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka
Elefant im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka


Leider werden in vielen Tempelanlagen auch einzelne Elefanten in Gefangenschaft gehalten. Sie sind angebunden und können sich maximal einen Meter weit bewegen. Zu bestimmten religiösen Zeremonien werden sie dann geschmückt und über das Tempelgelände geführt - so verbringen sie ihr gesamtes Leben. Wenn ihr seht, wie sich ein Elefant immer wieder hin und her wiegt, beobachtet ihr eine Verhaltensstörung. Das sogenannte "Weben" entwickeln Elefanten in Gefangenschaft:


video
Tempelelefant beim "Weben"

In Sri Lanka werden Elefanten nicht für Elfenbein oder wegen Trophäen gejagt, trotzdem ist der Mensch ihre größte Bedrohung. Elefanten und Menschen teilen sich die Insel, die Tiere halten sich nicht ausschließlich in Nationalparks auf - das heißt es kommt automatisch zu Konflikten zwischen Tier und Mensch. Rund 200 Elefanten sterben laut Born Free Foundation jährlich durch Menschenhand in Sri Lanka, weil sich die Dorfbewohner*Innen rächen wollen, wenn Elefanten ihre Ernte zerstören oder sich schlichtweg selbst verteidigen (Quelle).

Ich habe lange überlegt und recherchiert, wo ich Elefanten in Sri Lanka artgerecht beobachten kann. Ich habe mit Tierschutzorganisationen gesprochen, viel gelesen, Dokumentationen angeschaut und mich in Facebook-Gruppen ausgetauscht. Bei meiner Recherche bin ich auf das Elephant Transit Home (ETH) gestoßen, das einzige Waisenhaus in Sri Lanka für Elefantenbabys, das ich euch empfehlen kann. 


Elephant Transit Home, Sri Lanka
Elephant Transit Home, Sri Lanka


Elephant Transit Home 


Dieses Elefanten-Waisenhaus wird von NGOs unterstützt, darunter Pro Wildlife und die Born Free Foundation. Das Besondere ist, dass alle Elefantenbabys im Alter von ca. fünf bis sechs Jahren in den angrenzenden Udawalawe Nationalpark ausgewildert werden. Als Besucher*In darf man ausschließlich zu bestimmten Uhrzeiten für eine halbe Stunde zur Station, um die Elefanten bei der Fütterung zu beobachten - von einer 10 m entfernten Plattform aus. Man darf die Elefanten nicht anfassen, keine Selfies mit ihnen schießen, sie nicht baden oder gar auf ihnen reiten. Nach 30 Minuten beobachten ist die Fütterung beendet und man verlässt die Station wieder.


Elephant Transit Home, Sri Lanka


Die Elefanten werden alle drei Stunden gefüttert - ein sechs Monate altes Elefantenbaby benötigt etwa 25 Liter Milch am Tag, die aus Milchpulver angerührt wird. Man kann um 9 Uhr, 12 Uhr, 15 Uhr und 18 Uhr zur Fütterung ins ETH kommen. Es gibt ein Infozentrum und zwei Schautafeln, wo man sich über das Zentrum informieren kann. Leider war das Infozentrum während meines Besuchs (18 Uhr) geschlossen, sowohl vor als auch nach der Fütterung - das finde ich schade, denn es gibt auch keine Angestellten, die man etwas fragen kann oder die von sich aus kurz etwas über das ETH erzählen. Einige Infos gibt es aber auf der Website.


Elefantenbabys auf dem Weg zur Fütterung
Elefantenbabys auf dem Weg zur Fütterung


So hat es durchaus einen Zoo-Charakter - hingehen, gucken, abhauen. Man nimmt wenig Infos mit, wenn man sich nicht online informiert oder mit einem Guide hingeht. Da besteht meiner Ansicht nach durchaus Verbesserungspotential - zum Beispiel, dass ein Pfleger kurz vor der Fütterung allen Besuchern erklärt, seit wann es das ETH gibt, was das Ziel ist, in welchem Alter die Elefanten ausgewildert werden und wie das abläuft, etc... Leider schreien viele Besucher lautstark herum, obwohl auf einem Schild um Ruhe auf der Plattform gebeten wird - Personal, das sich um die Einhaltung kümmert, gibt es leider nicht.


Fütterung der Elefantenbabys mit Milch im Elephant Transit Home
Elefantenbabys bei der Fütterung mit Milch im ETH


Die Elefanten werden zur Fütterungszeit einer nach dem anderen an die "Milchbar" geschickt, wo Pfleger sie mit einem Trichter und Schlauch mit Milch füttern - manche trinken aber auch aus Eimern. Danach gehen sie noch auf einen Platz vor der Beobachtungsplattform mit frischen Zweigen, die sie zusätzlich zur Milch als Nahrung bekommen. Wenn alle Elefanten versorgt sind, geht es zurück zu ihrem eigentlichen Aufenthaltsort im Nationalpark ein Stück entfernt vom Besucherzentrum.


Elefanten im ETH
Elefanten unterschiedlichen Alters im ETH, das Funkhalsband dient zur Ortung


Manche haben starke gesundheitliche Probleme, beispielsweise gibt es einen Elefanten mit einer Fußprothese, der wahrscheinlich allein im Nationalpark nicht überleben könnte. Er wurde separat von den anderen Elefanten geduscht und gefüttert. Auch andere Elefanten hatten verformte Füße, wahrscheinlich von Fallen.


Elephant mit Prothese wird gebadet im ETH
Elefant mit Fußprothese wird gebadet


Ich finde es toll, dass es ein Projekt gibt, bei dem Waisen oder verletzte Tiere versorgt und anschließend ausgewildert werden! Wenn ihr die Elefanten-Babys unterstützen möchtet, findet ihr bei den oben genannten Organisationen Pro Wildlife oder Born Free Foundation eine Spendenmöglichkeit.


Elefantenbaby im ETH



Udawalawe Nationalpark


Der Nationalpark Udawalawe war für mich die bessere Wahl gegenüber anderen Parks wie Yala, die extrem überlaufen sein sollen. In FB-Gruppen und bei Tripadvisor hatte ich viele erschreckende Informationen und Erfahrungsberichte zum Yala Nationalpark gelesen und diesen sofort von meiner Reiseziel-Liste gestrichen. Doch auch im Udawalawe Nationalpark läuft leider nicht alles rund. 


Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Adler im Udawalawe Nationalpark



Wer in den Ort kommt, dem fällt auf, dass dieser einzig und allein vom Safari-Tourismus lebt. Ich habe nach einer Unterkunft gesucht, die Safaris anbietet bei denen der Guide sich verantwortungsbewusst verhält, nicht zu nah an die Tiere heran fährt und auch gut Englisch spricht damit ich etwas über die Tiere und den Nationalpark erfahren kann. Wir sind fündig geworden beim Mansala Holiday Resort, das ich euch sehr empfehlen kann. Wir hatten dort das beste Abendessen unseres gesamten Sri-Lanka-Urlaubs! Das Frühstück nach der Safari war auch herrlich. Der Besitzer ist sehr nett und spricht hervorragendes Englisch, sein Safari-Anbieter wurde in Rezensionen für sein Verantwortungsbewusstsein gelobt.

Die Safaris macht man entweder am frühen Morgen (Abfahrt 6 Uhr) oder am späten Nachmittag (Abfahrt ca. 15.30 Uhr) und sie dauern maximal vier Stunden. Das bedeutet, dass ihr auf jeden Fall eine Übernachtung in Udawalawe einplanen solltet. Wir haben uns für die Morgensafari entschieden. Zu zweit haben wir 53 Euro bezahlt (und waren ingesamt zu viert im Jeep). Der Preis beinhaltet die Eintrittsgebühr für den Park, das erledigt der Fahrer dann direkt für euch ohne lange Wartezeiten.


Jeep im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka
Jeep im Udawalawe Nationalpark


Der Udawalawe Nationalpark besteht seit 1972 und ist Heimat vieler Elefanten - die Chance ist also recht hoch, dass man sie zu Gesicht bekommt, obwohl er rund 30 Hektar groß ist. Doch neben Elefanten hat man außerdem die Möglichkeit, viele weitere Tierarten zu entdecken! Sogar Leoparden gibt es dort, allerdings nur sehr wenige und da sie scheu sind sieht man sie wahrscheinlich auf einer Jeeptour nicht. Wir konnten Adler (Weißbauchseeadler und Haubenadler), verschiedene Spinte (bunte Vögel), Schakale, Buntstörche, Krokodile, Wasserbüffel, Spornhühner, Reiher, Warane, Rehe, Pfaue, Pelikane, eine Hinduracke (Indian Roller), Tukane und andere Tiere entdecken! Vor allem rund um den See versammeln sich morgens alle zum Trinken. 


Wasservogel
Buntstorch (Mycteria leucocephala)

Adler im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Krokodile im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Blauspint im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Wasserbüffel mit Reiher im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Kritik


Ranger sieht man keine im Park und außer dem eigenen Fahrer bzw. Guide (in unserem Fall die gleiche Person) fährt auch niemand vom Nationalpark im Jeep mit. Die Guides müssen zwar eine Lizenz vom Nationalpark haben, das heißt aber nicht, dass sie sich automatisch verantwortungsbewusst verhalten. Das war in Thailand (Kui Buri) beispielsweise ganz anders - dort wurde penibel darauf geachtet, nicht zu nah an die Tiere heranzufahren. Im Udawalawe Nationalpark fahren die Jeeps teilweise bis auf einen Meter an fressende Elefanten heran, egal ob junge Bullen oder Mutter mit Baby. Das finde ich ehrlich gesagt bedenklich.


Elefanten im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Die meisten Elefanten ließen sich zwar nicht beim Fressen stören (auch wenn direkt neben ihnen mehrere Jeeps standen), aber eigentlich ist die direkte Gewöhnung an den Kontakt mit Menschen ja etwas, das man vermeiden möchte, denn von Menschen geht leider auch oft Gefahr aus... Eine Elefantendame flüchtete rückwärts ins Gebüsch, als sich mehrere Jeeps näherten - es haben sich also (noch) nicht alle Tiere an offensive Touristen bzw. Jeepfahrer gewöhnt.

Es gibt keine Maximalanzahl von Jeeps, die den Nationalpark zeitgleich befahren dürfen. Es wurde später sehr voll, Ausweichmanöver entlang der Wege waren am späten Vormittag notwendig und manche Jeeps fuhren viel zu schnell nachdem sie einen Funkhinweis auf eine Gruppe Elefanten bekommen hatten - es wäre unmöglich gewesen zu bremsen, wenn mal wieder ein Pfau oder ein Waran aus dem Gebüsch auf die Schotterpiste spaziert. 


Pfau im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Große Echse überquert im Udawalawe Nationalpark die Straße
Ein Bengalenwaran überquert die Straße


Außerdem hatte die Safari teilweise einen regelrechten "Jagd-Charakter", weil die Guides zählen, wie viele Tiere man insgesamt gesehen hat. Ich persönlich wäre lieber bei einer kleinen Gruppe friedlich fressender Elefanten in angemessener Entfernung stehen geblieben, statt noch einen und noch einen zu sehen. Das macht Tierbeobachtung für mich nicht aus - mir ist auch im Endeffekt egal ob ich Elefant 1 oder 35 sehe, ich möchte lieber in Ruhe beobachten. 


Weiblicher Elefant im Udawalawe Nationalpark


Im Nationalpark gibt es drei große Bungalows, die man für Gruppen anmieten kann. Es ist sehr teuer aber meistens trotzdem ausgebucht (Einheimische bezahlen weniger als Ausländer*Innen). Leider verhalten sich auch die Gäste nicht immer unbedingt verantwortungsbewusst - Müll und Grillfleisch-Reste wurden liegen gelassen. Unser Guide konnte beobachten, wie Rehe Fleischreste gefressen haben - dabei leben sie eigentlich vegetarisch! Der Mensch greift also massiv in das Ökosystem ein.


Rehe und Pfau im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka

Rehe & Hirsch im Udawalawe Nationalpark, Sri Lanka


Im Sinne des Tierschutzes und der Respekt vor der Natur würde ich mir sehr wünschen, dass ein Umdenken bei der Nationalparkverwaltung stattfindet. Aber auch wir als Tourist*Innen können etwas verändern:

  • Reitet nicht auf Elefanten, badet keine Elefanten und macht keine Selfies mit ihnen - sie sind kein Spielzeug sondern intelligente Lebewesen, vor denen wir Respekt haben sollten und die nicht in Gefangenschaft gehören.
  • Geht nicht in den Zoo in Colombo oder das Pinnawela Elephant Orphanage, das sind keine artgerechten Einrichtungen.
  • Besucht keine Tempelelefanten und erklärt Menschen, die euch dazu einladen, warum ihr das nicht gut findet - wenn kein Interesse von Seiten der Touristen besteht, werden diese auch nicht länger als Attraktion angepriesen.
  • Passt auf, dass ihr im Nationalpark keinen Müll oder Essensreste verliert! Auch wenn sie organischen Ursprungs sind wie Bananen - nehmt bitte jegliche Reste wieder mit.
  • Bucht einen Guide, der sich um das Wohl der Tiere sorgt und bittet ihn darum, genügend Abstand zu den Tieren zu halten.
  • Verhaltet euch leise und respektvoll, ihr seid Gäste im Reich der Tiere! Lautes Schreien, Quietschen und Blitzlicht solltet ihr vermeiden.
  • Weitere Tipps für Elefanten-Safaris von der Born Free Foundation


Spint im Udawalawe Nationalpark
Spint



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